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Angriffe auf Handelsschiffe: USA starten internationale Militäroperation im Roten Meer

December 19
04:56 2023

Nach einer Reihe von Raketen- und Drohnenangriffen der mit Iran verbündeten Houthis im Jemen hat US-Verteidigungsminister Lloyd Austin am Dienstag die Einrichtung einer multinationalen Operation zum Schutz des Handels im Roten Meer angekündigt.

Austin, der sich auf einer Reise nach Bahrain befindet, wo das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten untergebracht ist, sagte, dass zu den teilnehmenden Ländern das Vereinigte Königreich, Bahrain, Kanada, Frankreich, Italien, die Niederlande, Norwegen, die Seychellen und Spanien gehören. Er sagte, sie würden gemeinsame Patrouillen im südlichen Roten Meer und im Golf von Aden durchführen. Deutschland nannte Austin zunächst nicht als Teil der Koalition. Die Bundesregierung hatte erklärt, den Einsatz von Marineschiffen im Roten Meer zu prüfen.

»Dies ist eine internationale Herausforderung, die ein gemeinsames Vorgehen erfordert. Deshalb gebe ich heute die Einrichtung der Operation Prosperity Guardian bekannt, einer wichtigen neuen multinationalen Sicherheitsinitiative«, sagte Austin in einer Erklärung am frühen Dienstagmorgen.

Huthi-Miliz kündigt Widerstand an

Die Huthi-Rebellen hatten sich zuvor kämpferisch angesichts der US-Überlegungen zu einer gemeinsamen Allianz gegen die Gruppe kämpferisch gezeigt. Man sei bereit, sich jeder von den USA geführten Koalition im Roten Meer entgegenzustellen, sagte Mohammed al-Buchaiti, ein Mitglied des Huthi-Politbüros, dem Sender Al Jazeera. Einige Länder, darunter die USA, hätten »indirekten Kontakt« aufgenommen im Bemühen, sie zu einer Einstellung ihrer Einsätze zu bewegen.

Der Krieg im Gazastreifen zwischen Israel und der Hamas wirkt sich zunehmend auf die Sicherheit der internationalen Schifffahrt im Roten Meer und um die Südküste des Jemen aus. Dort verlaufen wichtige Routen zwischen Afrika und Asien sowie über den Suez-Kanal am Nordende des Roten Meeres von und nach Europa. Die deutsche Reederei Hapag-Lloyd fährt bis auf Weiteres nicht mehr durch den Suezkanal und das Rote Meer. Stattdessen werde der Weg um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas genommen, teilte das Unternehmen nach einer Krisensitzung am Montag mit.

Die merklich weiteren Routen dürften sich auch auf die Preise auswirken. Bei Hapag-Lloyd betrifft das allein bis Jahresende einem Sprecher zufolge ungefähr 25 Schiffe. Am vergangenen Freitag war auf einem Frachter der Reederei ein Geschoss eingeschlagen, was einen Brand ausgelöst hatte. Das Schiff habe seinen Weg zwar fortsetzen können, erklärte die Reederei. Dennoch sei die Situation unsicher. »Die Risiken für unsere Besatzungen sind inakzeptabel.«

Auch die taiwanische Container-Reederei Evergreen setzt Fahrten ihrer Schiffe durch das Rote Meer bis auf Weiteres aus. Schiffe in der Region würden in sichere Gewässer navigieren, Frachter mit Route durch das Rote Meer würden umgeleitet über das Kap der Guten Hoffnung, teilte die Reederei mit. Etwa 15 Prozent des weltweiten Schiffsverkehrs wird über den Suezkanal abgewickelt, die kürzeste Route zwischen Europa und Asien. Aus Reedereikreisen heißt es, sollten die Handelsschiffe von Militärschiffen begleitet werden, könne auch wieder der Weg durch den Suezkanal genutzt werden.

Die Huthi-Rebellen bekannten sich am Montag zu Drohnenangriffen auf zwei weitere Schiffe im Roten Meer. Rebellensprecher Jahja Sarea identifizierte die Schiffe auf der Plattform X als die »Swan Atlantic« und die »MSC Clara«. Der norwegische Eigner der »Swan Atlantic«, Inventor Chemical Tankers, teilte mit, ein Objekt habe die »Swan Atlantic« getroffen, die Besatzung sei unversehrt.

Im Jemen werden weite Gebiete von den Huthi-Rebellen kontrolliert. Sie haben mehrfach Frachter im Roten Meer angegriffen, denen sie eine Verbindung zu Israel unterstellen, und Raketen auf Israel selbst abgefeuert. Die Huthi haben angekündigt, ihre Angriffe fortzusetzen, bis Israel seine Offensive im Gazastreifen beendet. Am Wochenende erklärten sie, ernsthafte Schritte zur Linderung der katastrophalen Lage der palästinensischen Bevölkerung würden dazu beitragen, die Eskalation zu verringern. Es war der erste Hinweis, dass die Huthi zur Entspannung der Lage bereit sein könnten.

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