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Wirecard: So ließ sich Angela Merkel von Guttenberg für die Skandalfirma einspannen

October 09
12:37 2020
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Ex-Minister Guttenberg: "Wir waren uns einig"

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Felix Hörhager / picture alliance / dpa

Im Bundeskanzleramt arbeiten fast 600 Leute, darunter viele Spezialisten. Doch der geballte Sachverstand ihres Hauses scheint der Kanzlerin nicht immer zu reichen. Am 3. September 2019 griff Angela Merkel auf das Know-how ihres ehemaligen Kabinettskollegen Karl-Theodor zu Guttenberg zurück.

An dem Tag schrieb der Ex-Verteidigungsminister an den Leiter der Wirtschaftsabteilung im Kanzleramt: "Die Frau Bundeskanzlerin bat mich, Ihnen noch einige Zeilen zukommen zu lassen, um die richtige Formulierung an der Hand zu haben." Dem Schreiben vorangegangen war ein Treffen von Merkel und Guttenberg.

In der E-Mail, abgeschickt um 19.50 Uhr, ging es um Wirecard, jenen Konzern, der wenige Monate später für den wohl größten Finanzskandal in der Geschichte der Bundesrepublik sorgen sollte. Guttenbergs Firma Spitzberg Partners lobbyierte damals für Wirecard und hatte die Kanzlerin dafür gewonnen, auf ihrer kurz darauf beginnenden Chinareise für den Markteintritt des Konzerns im Reich der Mitte zu werben. Guttenbergs Zeilen sollten wohl zur Vorbereitung dienen.

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