Wirecard-Skandal: Die Schlacht der Wirtschaftsprüfer von EY und KPMG
Icon: vergrößernDeutschlandzentrale von KPMG in Berlin
Foto: Andreas Gora / imago images
Der spektakuläre Untergang des ehemaligen Dax-Konzerns Wirecard hat nicht nur die Finanzwelt erschüttert, sondern auch eine Branche in die Bredouille gebracht, die eigentlich nicht gern in der Öffentlichkeit steht: die Wirtschaftsprüfer.
Jahrelang hatte die Prüfungsgesellschaft EY anstandslos Wirecards Bilanzen freigezeichnet. Der Konkurrent KPMG unterzog den Zahlungsabwickler in dessen Endphase einer Sonderprüfung.
Doch statt miteinander zu kooperieren, gehen die Platzhirsche nun aufeinander los. Nicht mit offenem Visier, dafür steht in der klandestinen Branche zu viel auf dem Spiel – Renommee, vor allem aber Milliardenumsätze, denn die Spielregeln ändern sich rasant. Der Kampf des globalen "Big Four"-Oligopols aus EY, KPMG, PwC und Deloitte um Marktanteile ist erbarmungslos, und sein dramatischster Schauplatz in Deutschland ist der Wirecard-Skandal.
EY kommt in der Schlacht bislang die Rolle des Prügelknaben zu: Es gibt mehrere Strafanzeigen gegen das Unternehmen, bei den Gerichten stapeln sich Schadensersatzklagen. Anleihegläubiger, Banken und irgendwann auch Insolvenzverwalter Michael Jaffé werden versuchen, sich von dem Wirtschaftsprüferriesen einen Teil jener Milliarden zurückzuholen, die bei Wirecard verloren gingen.

