US-Wahl 2020: Das unlösbare Problem der Umfragen
Icon: vergrößernStimmauszählung bei den Vorwahlen in Florida (März 2020)
Foto: MARK WALLHEISER / AFP
Nehmen wir Wisconsin. In den letzten Tagen vor der Präsidentschaftswahl 2016 führte Hillary Clinton in Umfragen ziemlich deutlich vor Donald Trump. Die Datenanalysten von FiveThirtyEight prognostizierten einen Vorsprung der Demokratin in dem Bundesstaat von 5,3 Prozentpunkten. Am Ende gewann Trump mit weniger als einem Punkt Abstand.
Die Fehleinschätzungen von vor vier Jahren rüttelten die Branche der Meinungsforscher auf, man forschte fiebrig nach den Ursachen. In Wisconsin, so lautete eine Antwort, seien schlicht nicht genug Qualitätsumfragen durchgeführt worden.
In diesem Jahr änderte sich das. Einige der angesehensten »Pollster« der USA gingen in dem die Wahl mitentscheidenden Swing State an die Arbeit; die »Washington Post« und ABC führten ihre Umfrage durch, eine der renommiertesten des Landes. Das Ergebnis war noch schlechter als 2016.
Im von FiveThirtyEight ermittelten Schnitt lag Biden mehr als acht Prozentpunkte vor Trump. Der Demokrat gewann schließlich mit weniger als einem. Die Umfrage von »Washington Post« und ABC, die zum Goldstandard der Branche gezählt wird, sah Biden eine Woche vor der Wahl gar mit 17 Punkten vorn, die wohl eklatanteste Fehleinschätzung des gesamten Wahlzyklus.

