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Syrien: USA fliegen Luftangriffe auf proiranische Milizen

October 28
02:06 2023

Die Vereinigten Staaten haben in Ostsyrien Luftangriffe auf proiranische Milizen geflogen. Ziele seien zwei Einrichtungen gewesen, die von Irans Revolutionswächtern sowie deren Verbündeten genutzt würden, teilte das US-Verteidigungsministerium in Washington mit.

Die Angriffe seien ein Akt der Selbstverteidigung zum Schutz von US-Personal und hätten nichts mit dem derzeitigen Konflikt zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen zu tun, betonte das Pentagon. »Die USA suchen keinen Konflikt, aber diese von Iran unterstützen Angriffe auf US-Militär sind inakzeptabel und müssen aufhören«, hieß es in der Mitteilung weiter.

Dem Pentagon zufolge greifen von Iran unterstützte Gruppen in Syrien und dem Irak seit dem 17. Oktober mit Drohnen und Raketen unter anderem vom US-Militär genutzte Stützpunkte an. In einem Fall habe ein US-Bürger während eines Beschusses einen Herzinfarkt erlitten und sei gestorben. 21 weitere US-Amerikaner seien leicht verletzt worden, könnten aber bereits wieder arbeiten. Man werde auch bei künftigen Angriffen weitere Maßnahmen ergreifen, so das Pentagon. Die US-Denkfabrik Washington Institute kam in einer Zählung bis Donnerstag auf insgesamt 18 Angriffe, davon elf im Irak; auch an diesem Freitagabend hat die US-Armee einen Drohnenangriff auf Truppen im Irak gemeldet.

Wegen des Gazakriegs, der mit dem Überfall der Hamas auf Israel am 7. Oktober begann, ist die Sicherheitslage in der gesamten Region angespannt. Zur Abschreckung haben die USA unter anderem weitere Waffensysteme sowie Kriegsschiffe und Luftwaffengeschwader ins östliche Mittelmeer verlegt und entsenden rund 900 Soldaten in den Nahen Osten zur Unterstützung der dortigen US-Einheiten. Die im Gazastreifen herrschende Hamas ist Teil einer Reihe militanter Gruppen, die von Iran in der Region unter anderem mit Waffen, aber auch finanziell unterstützt werden.

Noch immer rund 900 US-Soldaten in Syrien im Einsatz

Iran ist im Bürgerkrieg neben Russland der wichtigste Verbündete des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Dessen Regierung beherrscht etwa zwei Drittel des zersplitterten Landes. US-Soldaten wurden 2015 zur Unterstützung des Kampfs gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) nach Syrien geschickt, 900 sind heute noch dort stationiert – vor allem im Osten. Iran, Russland und die Assad-Regierung haben ihre Truppen im Osten schon seit Juli verstärkt. Ihr Ziel: die US-Truppen aus Syrien zu drängen.

Im März hatten die USA mit Luftangriffen in Syrien auf eine mutmaßlich iranische Drohnenattacke reagiert, bei der ein Amerikaner getötet worden war. US-Präsident Joe Biden informierte den Kongress in Washington und sprach von Maßnahmen zur Abschreckung und um das »Risiko einer Eskalation zu begrenzen und zivile Opfer zu vermeiden«. Man suche keinen Konflikt mit Iran, sagte Biden, nachdem die US-Geheimdienste von einer Drohne »iranischen Ursprungs« gesprochen hatten. Man werde aber zum »Schutz unseres Volkes kraftvoll handeln«.

Irans Bodenstreitkräfte beginnen großes Militärmanöver

Irans Bodenstreitkräfte haben derweil eine zweitägige Übung begonnen. Vier Kampfverbände nehmen an dem Manöver in der zentralen Provinz Isfahan teil, wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete. Bei der Übung soll die Einsatzbereitschaft von Infanterie, gepanzerten Fahrzeugen, Raketen und auch elektronischer Kriegsführung erprobt werden. Das Manöver erfolge »angesichts jüngster Bedrohungen«.

Laut Tasnim zielt das Manöver auch auf eine Erprobung neuer Waffen und der Abschreckungsfähigkeit der Bodenstreitkräfte. In den letzten beiden Phasen sollen Verteidigungsmanöver für Küsten, Nachtoperationen und schließlich Gegenangriffe im Fall von Angriffen in der Region trainiert werden.

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