RAF: Ehemalige Linksterroristin Daniela Klette gefasst
Die ehemalige Linksterroristin Daniela Klette ist in Berlin festgenommen worden. Das hat die Staatsanwaltschaft Verden dem SPIEGEL bestätigt. Sie habe keinen Widerstand geleistet. Nach ihr wurde ebenso wie nach den anderen sogenannten RAF-Rentnern Ernst-Volker Staub und Burkhard Garweg öffentlich gefahndet. Zuerst hatte die »Bild« -Zeitung über die Festnahme berichtet.
Klette wurde nach SPIEGEL-Informationen durch Fingerabdrücke identifiziert und nutzte offenbar einen italienischen Pass. Zielfahnder aus Niedersachsen nahmen sie demnach Montagabend in einem Mehrfamilienhaus in Kreuzberg fest. Die Berliner Polizei unterstützte den Einsatz. In der Wohnung wurde Munition gefunden. Nun wird Klette zur Staatsanwaltschaft Verden gebracht.
Das Trio war seit mehr als 30 Jahren untergetaucht. Den drei ehemaligen Linksterroristen wird versuchter Mord vorgeworfen, außerdem geht es in zahlreichen Fällen um Raubstraftaten.
Die RAF ist verantwortlich für 33 Morde, in den Siebzigerjahren bis Anfang der Neunzigerjahre. Im Jahr 1977 tötete sie den Generalbundesanwalt Siegfried Buback. Zwölf Jahre später starb der damalige Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen bei einem Sprengstoffanschlag. Die Terrorgruppe löste sich 1998 offiziell auf und trat nicht mehr in Erscheinung.
Staub, Klette und Garweg starteten nach Überzeugung der Ermittler 1999 eine Serie von Raubüberfällen auf Supermärkte und Geldtransporter, um ihren Lebensunterhalt im Untergrund zu sichern.
Anfang Februar hatten die Ermittlungsbehörden in Niedersachsen zum dritten Mal nach 2016 und 2020 eine öffentliche Fahndung eingeleitet, um die sogenannten RAF-Rentner zu fassen. Die zuständige Staatsanwaltschaft Verden hatte damals mitgeteilt, Anlass für die erneute Aktion seien »weitere Ermittlungsansätze«, die sich aus »Ermittlungen der letzten Monate« ergeben hätten. Das Amtsgericht Verden habe gegen alle drei Haftbefehle erlassen.

