Mike Pence: Wie Donald Trump seinen Vizepräsidenten erledigte

Da waren sie noch Freunde: Mike Pence und Donald Trump im Wahlkampf 2016
Foto: Drew Angerer/ AFP
Der Regen peitscht über den kleinen Militärflugplatz in West Virginias Hauptstadt Charleston, als die Air Force Two landet. Mike Pence hat es eilig, er steigt die Gangway hinunter und eilt wortlos an den wartenden Reporten vorbei. Nur ein kurzes Winken, dann verschwindet er im wartenden SUV.
Was hätte der Vizepräsident auch sagen sollen? Dass er vier Jahre lang den falschen Mann unterstützt hat? Oder dass er weiter treu zum Präsidenten hält? An seinem Schicksal würde das ohnehin nichts mehr ändern.
Pence ist auf Abschiedstour, er nimmt noch einige Routinetermine wahr. In wenigen Tagen ist nicht nur seine Amtszeit als zweiter Mann im Staat zu Ende, sondern vermutlich seine gesamte politische Karriere.
Dabei sollte die Vizepräsidentschaft nur der vorletzte Schritt sein. Pence wollte Donald Trump beerben, er wollte nach ganz oben. Bis vor wenigen Tagen sah es so aus, als könne ihm dies gelingen.
Dann zerstörte Trump seine Träume. Weil Pence als Präsident des Senats den Wahlsieg Joe Bidens zertifizierte, ließ Trump ihn fallen. Er zerstörte auf einen Schlag das, wofür Pence vier Jahre lang bis zur Selbstaufgabe gearbeitet hatte.

