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Lorenz Caffier: Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister tritt nach Waffenkauf zurück

November 17
18:47 2020
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Lorenz Caffier

Foto: Christian Thiel / imago images

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) muss sich einen neuen Innenminister suchen. Lorenz Caffier tritt zurück. Der CDU-Politiker zieht damit die Konsequenzen aus dem Kauf einer Waffe bei einem Händler aus dem Umfeld der rechtsextremen Gruppe »Nordkreuz«.

»Ich muss erkennen, dass ich in dieser Situation nicht mehr die nötige Autorität besitze, um das Amt des Innenministers mit ganzer Kraft bis zum September 2021 ausüben zu können«, heißt es in einer Erklärung Caffiers, die am Nachmittag veröffentlicht wurde. »Ich trete daher als Minister für Inneres und Europa mit Ablauf des heutigen Tages zurück.«

»Nicht der Erwerb war ein Fehler, sondern mein Umgang damit«

Vergangene Woche hatte der Innenminister zunächst noch ausweichend auf eine Frage einer Journalistin geantwortet, ob er privat als Jäger eine Waffe bei oder über ein ehemaliges Mitglied einer rechtsextremistischen Gruppierung gekauft oder bei diesem ein Schießtraining absolviert habe. Am Freitag hatte Caffier den Kauf im SPIEGEL-Interview eingeräumt.

Caffier hatte 2018 eine Glock beim Sportschützen Frank T. erworben. Zu dem Zeitpunkt trainierten auf dessen Schießanlage schon seit gut zwei Jahren Mitglieder der rechtsextremen Gruppe »Nordkreuz«. Zum Zeitpunkt des Kaufes habe er nichts über mögliche Kontakte des Mannes zu Rechtsextremisten vermutet.

»Ich habe eine Waffe bei jemandem erworben, bei dem ich sie aus der heutigen Sicht nicht hätte erwerben dürfen. Aber: Nicht der Erwerb war ein Fehler, sondern mein Umgang damit. Dafür entschuldige ich mich«, heißt es Caffiers Erklärung.

Es verletze ihn zutiefst und sei eine extrem große Belastung, »dass in der Berichterstattung irgendeine Nähe zu rechten Kreisen suggeriert wird«. Caffier wies diesen Vorwurf erneut zurück, er sei »schlicht absurd«.

Caffier stellte den Rücktritt als Schritt dar, um seine Familie, sein Umfeld und seine Mitarbeiter zu schützen. »Die letzten Tage waren für alle eine unerträgliche Belastung und ich kann es vor mir nicht verantworten, die Menschen, die sehr viel für mich geopfert haben, weiterhin dieser Belastung auszusetzen.« Er wolle Schaden von der Regierung, von der Koalition und letztlich damit auch vom Land abwenden.

Mehrmals in der Erklärung kritisiert Caffier die Berichterstattung über den Fall. Diese sei »völlig enthemmt« gewesen.

Icon: Der Spiegel

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