Francis Fukuyama über US-Wahl: “Ich hoffe, dass Trump 2024 noch mal antritt”
Icon: vergrößernTrump-Anhänger in Las Vegas: "Nur wenige von denen glauben, dass sie Biden noch verhindern können"
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John Locher / AP
Francis Fukuyama, 67, erscheint mit Maske, Seniorenwandermütze und ausgebeulten Outdoorhosen zum Gespräch vor einer Kneipe seiner Wahl in Palo Alto, Kalifornien. Man kann, natürlich, nur draußen sitzen. Der Professor wie auch die Journalisten, einander in Fleisch und Blut begegnend, scheinen ein paar Augenblicke lang gleichermaßen verwirrt über den Umstand, dass man Interviews offenbar auch ohne Zoom-Bildschirm führen kann.
Der Politologe, der nebenan an der Stanford-Universität lehrt, ist vor Jahrzehnten weltberühmt geworden mit der Formel vom "Ende der Geschichte", mit der er den Sieg der liberalen Demokratien über alle anderen ideologischen Ordnungen zusammenfasste. In der Trump-Ära ist er wiederholt mit scharfer Kritik am US-Präsidenten hervorgetreten. Nun, ein paar Tage nach dem Ende eines langen amerikanischen Alptraums, wirkt er ausgesprochen heiter.
SPIEGEL: Professor Fukuyama, am Samstag wurde nach vier langen Tagen klar, dass Joe Biden die Wahlen gewonnen hat und der nächste US-Präsident wird. Wie haben Sie reagiert? Auf der Straße getanzt wie so viele andere?

