Fox News: Das letzte Gefecht der Trump-Propagandisten
Icon: vergrößern"Schlecht fürs Geschäft": Aktivist demonstriert gegen Fox News
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Erik McGregor / imago images
Das Warten auf ein klares US-Wahlergebnis zermürbt alle. Doch ganz besonders leidet Fox News darunter.
Der Lieblingssender Donald Trumps, bisher für den Vertrieb der präsidialen Realityshow zuständig, wird nun von der Realität überrollt. Seit Jahren hilft Fox News, die Trump-Basis mit seinen Tiraden einzupeitschen. Doch jetzt scheint die Seifenoper abgesetzt, nach nur einer – allerdings sehr langen – Staffel. Was tun?
Die Sinnkrise des erfolgreichsten US-Kabelsenders, der mit Trump fast symbiotisch verbunden ist, offenbarte sich am Freitag im Primetime-Programm in ihrer ganzen Schizophrenie.
Erst warf Sean Hannity, inoffizieller Trump-Berater und Herr der quotenstärksten Fox-Show, dem Demokraten Joe Biden Wahlbetrug vor und behauptete, mysteriöse Software "in bis zu 30 Bundesstaaten" habe Trump-Stimmen in Biden-Stimmen umgewandelt. Flankiert wurde er vom üblichen Demagogen-Trio, den Abgeordneten Jim Jordan und Matt Gaetz sowie dem Radiotalker Mark Levin: "Ich gehöre dem neuen Widerstand an – Gott bewahre, wenn unser Präsident nicht gewinnt."
Unmittelbar danach schlug die Fox-Moderatorin Laura Ingraham einen hörbar anderen Ton an. "Wenn es keinen Weg gibt zu einer zweiten Amtszeit", versicherte die Trump-Vasallin, "dann bedeutet das nicht das Ende der America-First-Bewegung." Es klang wie ein Trost für die Zuschauer, die sie, trotz vieler Seitenhiebe gegen den "müden" Joe Biden, behutsam auf die Niederlage einstimmte: "Akzeptiert die Resultate der Wahl."
Fox News steckt in einer prekären Lage. Bis zuletzt versucht der Sender, Trumps politische Illusion zu bewahren. Lügen, bestärken, mobilisieren: Die altbewährten Methoden sollen auch diesmal den Weg ebnen für eine Anfechtung der Wahl – und könnten auch nach einer endgültigen Niederlage noch dazu dienen, Bidens Regierung zu delegitimieren und zu destabilisieren.

