EU-Flüchtlingspolitik: Der Millionen-Deal mit McKinsey
Icon: vergrößernSchutzsuchende im Lager Moria im Oktober 2019: Gleichgültigkeit in Athen und Brüssel
Foto: Angelos Tzortzinis/ AFP
Eine Frau Mitte sechzig und ein sechsjähriges Kind, getötet durch die Explosion eines Gaskanisters, den man zum Kochen benutzt hatte. Drei Männer, gestorben im Abstand von wenigen Tagen; offenbar an einer Kohlenmonoxidvergiftung, die wohl durch eine provisorische Heizanlage verursacht wurde. Fünf Tragödien, ein Schauplatz: das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos.
Auch mehr als ein halbes Jahr nachdem die EU im März 2016 einen Flüchtlingsdeal mit der Türkei geschlossen hatte, steckten noch immer Tausende Migrantinnen und Migranten auf den Inseln Lesbos, Samos, Chios, Leros und Kos fest – in sogenannten EU-Hotspots.
Amnesty International prangerte die hygienischen Bedingungen ebenso an wie die "schlechte Ernährung und unzureichende medizinische Versorgung". Die griechische Asylbehörde war von der Vielzahl der Asylfälle überwältigt.
Hunderte Seiten geben Aufschluss über McKinseys Tätigkeit
Vor diesem Hintergrund trat im Januar 2017 ein Vertrag in Kraft, den die EU mit McKinsey geschlossen hatte. Die US-Firma, eine der größten Unternehmensberatungen der Welt, sollte bei der Beseitigung des "Rückstaus" an Asylgesuchen helfen.

