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Coronakrise: Angela Merkels Treffen mit Länderchefs fällt aus

April 09
12:57 2021
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Kanzlerin Merkel

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POOL / REUTERS

Kommenden Montag wird es keine Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder geben. »Es wird in der kommenden Woche gar keine Ministerpräsidentenkonferenz stattfinden«, teilte Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin mit. Zuvor hatten die Nachrichtenagentur Reuters und die ARD darüber berichtet.

Die Bundesregierung beabsichtigt schon nächste Woche im engen Einvernehmen mit den Ländern und dem Bundestag einen Gesetzentwurf auf den Weg zu bringen. Bund und Länder seien sich über die Änderung des Infektionsschutzgesetzes einig, beide hätten »eng zusammengearbeitet«. Dieser »andere Weg« solle aber nicht bedeuten, dass es künftig keine Bund-Länder-Runden mehr gebe, so Demmer.

Gesetzlich geregelt werden soll nun im Infektionsschutzgesetz bundeseinheitlich eine Notbremse für Kreise ab einer Inzidenz von 100. Unterhalb einer Inzidenz von 100 sollten die bestehenden Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz fortgelten und die Länder damit ihre Zuständigkeit behalten. Wie schnell die Gesetzesänderung umgesetzt wird, ist bislang nicht klar – laut Demmer aber »so schnell wie möglich«. Die Bundesregierung suche hierfür das Gespräch mit allen im Bundestag vertretenen Fraktionen.

Spahn für einheitlichen Lockdown

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) forderte eine bundeseinheitliche Regelung, da es offenbar unter den Ministerpräsidenten völlig falsche Lageeinschätzungen gebe. Sowohl Spahn als auch der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, warnten, dass Deutschland in einer dramatischen Lage stecke. Die Intensivstationen würden sich in den kommenden Wochen weiter füllen, sagte Wieler. Die Infektionszahlen müssten unbedingt deutlich gesenkt werden, sie seien in den vergangenen Tagen trügerisch gewesen.

Grund für die Absage könnt sein: Bund und Länder noch zu uneinig über den weiteren Kurs in der Corona-Politik. In Unionskreisen wurde darauf verwiesen, dass die Mehrheit der SPD-Länder bisher gegen einen harten Lockdown sei, eine Verschiebung der MPK könnte daher sinnvoll sein. Entscheidend sei, dass es ein gemeinsames Signal von Bund und Ländern gebe. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte schon am Mittwoch erklärt, der Termin komme möglicherweise zu früh. Entscheidend sei, dass sich vorher klare Mehrheiten für das weitere Vorgehen abzeichneten.

Am Freitagmorgen hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) bereits gesagt, am Montag werde es »bestenfalls eine kurze Rücksprache« zwischen dem Bund und den Ministerpräsidenten geben.

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