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Corona-News am Samstag: Robert Koch-Institut meldet mehr als 24.000 Neuinfektionen

April 10
10:07 2021
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Flughafen Hamburg: Drive-through-Testzentrum in einem Parkhaus

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

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Scholz pocht auf Testangebot-Pflicht in Unternehmen

07.07 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz bekräftigt seine Forderung nach einer Testpflicht in den Betrieben. »Nur sechs von zehn Beschäftigten erhalten bislang ein Angebot ihres Arbeitgebers, sich regelmäßig testen zu lassen«, sagt der SPD-Kanzlerkandidat der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« laut Vorabbericht. »Das ist deutlich zu wenig, unsere Vereinbarung zielte auf eine Testquote von 90 Prozent.« Deshalb sei die Zeit der Appelle vorüber.

»Wir müssen die Unternehmen verbindlich dazu verpflichten, ihren Beschäftigten ein Testangebot zu machen. Das sollte Bestandteil unserer Corona-Beschlüsse in der kommenden Woche sein.« Mehr Homeoffice, der Einsatz von medizinischen Masken und umfangreiches Testen, darauf seien viele Unternehmen in der Pandemie auch von selbst gekommen, erstaunlicherweise aber nicht alle, so der Finanzminister. »Das könnte man auch als nationale Pflicht begreifen. Es gibt Dinge, die man einfach tut, weil es sich gehört.« Man könne eine Pandemie nicht bekämpfen, wenn jeder als Erstes nach einer Entschädigung frage.

BDI warnt vor mehrwöchigem Produktionsausfall bei hartem Lockdown

07.06 Uhr: In der Debatte über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen hat der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) vor einem mehrwöchigen Produktionsausfall und der Unterbrechung von Lieferketten gewarnt. Ein harter Lockdown mit Betriebsschließungen könne »uns leicht das komplette Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in diesem Jahr kosten – und wir würden dann vom Absturz im vergangenen Jahr nichts wieder aufholen«, sagte BDI-Präsident Siegfried Russwurm dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

»Die Industrie stillzulegen, würde mindestens eine Woche dauern, da viele Lkw ja noch auf der Straße sind, chemische Anlagen nicht von heute auf morgen und Hochöfen auf die Schnelle gar nicht runtergefahren werden können«, sagte Russwurm. Auch würde es laut Russwurm nach dem Ende eines solchen Lockdowns mehrere Wochen dauern, bis die unterbrochenen Lieferketten wieder funktionieren.

Das von zahlreichen Wissenschaftlern geforderte Prinzip »No Covid« bezeichnete Russwurm als »schöne Vorstellung«. Sie funktioniere aber »nur als Gedankenexperiment«, sagte der BDI-Präsident. »Wir müssen lernen, mit dem Virus zu leben.«

Charité besorgt über dritte Pandemiewelle

7 Uhr: Die Berliner Charité betrachtet mit großer Sorge die Entwicklungen in der dritten Pandemiewelle. »Wenn die Anzahl schwer kranker Covid-Patienten die zweite Welle übertrifft, kommen wir in eine kritische Situation«, sagte Martin Kreis, Vorstand für die Krankenversorgung in Deutschlands größter Uniklinik.

Anfang des Jahres sei an der Charité durch die hohe Zahl an schweren Covid-Fällen auf Intensivstationen eine absolute Grenzbelastung erreicht gewesen. So habe die Charité im Januar nicht alle Patienten aus bereits überlasteten Kliniken anderer Bundesländer aufnehmen können. Sie selbst habe aber keine Coronakranken in andere Bundesländer verlegen müssen. »Wir werden weiter alles daran setzen, Patienten aus der Region auch in Berlin zu versorgen«, sagte Kreis.

Die Zahl der Neuzugänge auf den Intensivstationen der Charité sei in den vergangenen beiden Wochen deutlich gestiegen, sagte Kreis. Besonders betroffen sei nun die Altersgruppe zwischen 30 und 60, die bislang wenig Chancen auf Impfungen hatte. »Der Trend ist eindeutig, und er zwingt uns zu reagieren«, sagte das Vorstandsmitglied. So sei eine Reserve-Intensivstation wieder vollständig geöffnet worden. Darüber hinaus wurden planbare Operationen, die aufgeschoben werden können, abgesagt.

Montgomery: »Mit Sicherheit wird die Triage wieder im Raum stehen«

5 Uhr: Angesichts steigender Patientenzahlen in der dritten Coronawelle hat der Vorsitzende des Weltärztebundes vor einer Zuspitzung der Lage in den deutschen Krankenhäusern gewarnt. »Wir werden in den Kliniken jetzt eingeholt von den Infektionen, die vor vier Wochen stattgefunden haben«, sagte Frank Ulrich Montgomery der »Passauer Neuen Presse«.

Auch die Triage werde »mit Sicherheit« wieder im Raum stehen. Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. »Wir waren sehr dankbar, dass sie in den ersten beiden Wellen nicht gebraucht wurde. Es ist vorstellbar, dass es zu Situationen kommt, in denen sie angewendet wird.« Es sei deshalb richtig, dass sich die Kliniken auf einen Ansturm einstellen, sagte Montgomery.

Curevac hofft auf EU-Impfstoff-Zulassung im Mai

04.01 Uhr: Der Tübinger Impfstoffhersteller Curevac hält eine europäische Zulassung seines Corona-Impfstoffes angesichts von Fortschritten in den erforderlichen Studien noch im Mai oder Juni für möglich. »Wir sind bereits sehr fortgeschritten in der dritten klinischen Testphase und erwarten die Daten für das finale Zulassungspaket«, sagte Curevac-Sprecher Thorsten Schüller der »Augsburger Allgemeinen«.

Die Virusvarianten hätten die Komplexität für die laufende klinische Studie drei erhöht, so Schüller. Curevac plane weiter mit der Produktion von bis zu 300 Millionen Impfdosen in diesem Jahr. Auch Bayer werde den mRNA-Impfstoff produzieren.

Esken kritisiert Abhalten der Abiturprüfungen in Pandemie-Jahr

02.05 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat die Entscheidung der Kultusministerkonferenz zum Abhalten der Abiturprüfungen in diesem Jahr kritisiert. »Anders als die Kultusministerkonferenz wäre ich dafür, das Gesamtjahr zu benoten und keine Abiturprüfungen abzuhalten, weil diese ohnehin kaum vergleichbar wären mit früheren Jahrgängen«, sagte Esken der »Rheinischen Post«.

»Allerdings müsste das dann auch für die anderen Schulabschlüsse gelten, also für Real- und Hauptschulabschlüsse.« Sie wundere sich darüber, dass bei der Debatte alle anderen Abschlüsse unter den Tisch fallen, sagte die SPD-Chefin. Die Abiturientinnen und Abiturienten in Deutschland sollen ihre Prüfungen auf Beschluss der Kultusministerkonferenz von Donnerstagabend in diesem Jahr trotz der Coronapandemie ablegen.

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