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Corona-News am Montag: Lauterbach fordert Einsatz von Reisebussen im Schulverkehr

November 23
04:28 2020
Ein Labormitarbeiter pipettiert eine blaue Flüssigkeit. Gibt es schon bald einen Corona-Impfstoff in Deutschland? Icon: vergrößern

Ein Labormitarbeiter pipettiert eine blaue Flüssigkeit. Gibt es schon bald einen Corona-Impfstoff in Deutschland?

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

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Ansteckungsgefahr an Schulen laut Kinderärzten überschätzt

02.20 Uhr: Das Risiko, dass sich Kinder in Kitas und Schulen unbemerkt mit dem Coronavirus infizieren und das Virus weitertragen, sei möglicherweise deutlich geringer als angenommen, berichtete die "Passauer Neuen Presse" unter Berufung auf eine Analyse von Kinderärzten.

Die Mediziner werteten die Daten von mehr als 110.000 Patienten aus, die seit Juli in knapp hundert deutschen Kinder- und Jugendkliniken routinemäßig auf Corona getestet worden seien. Da der überwiegende Teil der Betroffenen wegen anderer Erkrankungen oder Verletzungen die Klinik aufsuchte, kommt das nach Ansicht der Ärzte einer "Zufallsstichprobe am nächsten". Bis zum Stichtag 18. November seien "im Mittel nur 0,53 Prozent der Kinder und Jugendlichen positiv" auf das Coronavirus getestet worden.

Ziel der Analyse war es, Informationen über die Dunkelziffer unerkannter Corona-Fälle unter Kindern zu erhalten. Da sie häufig keine Symptome zeigen, werde bisher in der Debatte häufig davon ausgegangen, dass die Infektionsrate unter Kindern und Jugendlichen deutlich höher sei, als es die offizielle Statistik widerspiegele. "Genau diese Annahme muss man aber jetzt in Frage stellen", sagte der Chefarzt der Passauer Kinderklinik, Matthias Keller. "Wir schließen daraus auch, dass die Ansteckungsgefahr an Schulen eher überschätzt wird."

Lauterbach fordert Einsatz von Reisebussen im Schulverkehr

02.00 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert Maßnahmen an Schulen zur Verringerung der Corona-Infektionszahlen. Neben eine Aufteilung in Präsenz- und Digitalunterricht müsse auch die Ansteckungsgefahr auf dem Schulweg vermindert werden, sagt Lauterbach der "Rheinischen Post".

"Es ist paradox, dass überfüllte Schulbusse und Straßenbahnen die Infektionszahlen anheizen und gleichzeitig viele Reisebusunternehmen um ihre Existenz fürchten. Sie sollten jetzt sofort einspringen und mit Reisebussen den öffentlichen Nahverkehr zu den Schulen und zurück entlasten", so Lauterbach

Krankenversorgung im Gazastreifen kurz vor Überlastung

00.40 Uhr: Gesundheitsexperten warnen angesichts stark ansteigender Corona-Infektionszahlen Fälle vor einer Überlastung der Krankenversorgung im Gazastreifen. "In zehn Tagen wird das Gesundheitswesen nicht mehr in der Lage sein, einen solchen Anstieg bei den Fällen aufzufangen", sagt Abdelraouf Elmanama von der Gaza-Pandemie-Taskforce. Es könne sein, dass der Platz auf Intensivstationen ausgehe und es mehr Tote geben werde.

Alarm schlägt auch die Weltgesundheitsorganisation. Deren Vertreter vor Ort, Abdelnaser Soboh, warnte, "dass wir innerhalb einer Woche nicht mehr in der Lage sein werden, uns um kritische Fälle zu kümmern". Die Infektionsrate unter den Getesteten liege mittlerweile bei 21 Prozent – wobei es immer mehr Betroffene über 60 Jahre gebe. "Dies ist ein gefährlicher Indikator, da die meisten möglicherweise ins Krankenhaus eingewiesen werden", warnte Soboh.

In dem von Armut geplagten und dichtbesiedelten Küstenstreifen leben zwei Millionen Menschen. Bislang wurden 14.000 Corona-Infektionen und 65 Todesfälle registriert.

Spahn rechnet mit ersten Corona-Impfungen im Dezember

00.05 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die ersten Bundesbürger in Impfzentren gegen das Coronavirus immunisiert werden können. »Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen«, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er habe die Länder gebeten, dass die Impfzentren bereits Mitte Dezember einsatzbereit seien, sagte der Minister. Dies scheine zu klappen. Er habe lieber ein startbereites Impfzentrum, das noch ein paar Tage außer Betrieb sei, als einen zugelassenen Impfstoff, der nicht gleich genutzt werde, sagte Spahn.

Der Gesundheitsminister zeigte sich zudem optimistisch, dass es nicht bis Ende 2021 dauern werde, bis alle Bevölkerungsgruppen durchgeimpft seien. So werde für viele der voraussichtlichen Impfstoffe keine tiefe Kühlung benötigt. Sie könnten in normalen Arztpraxen ausgegeben werden. »Und dann geht es schnell«, sagte Spahn. Schließlich würden »jährlich in wenigen Wochen bis zu 20 Millionen Menschen gegen Grippe geimpft«.

US-Behörden erwarten Impfungen ab Mitte Dezember

00.01 Uhr: Auch in den USA rechnen die Behörden bereits für Mitte Dezember mit den ersten Corona-Impfungen. »Unser Plan ist es, die Impfstoffe binnen 24 Stunden nach der Zulassung an die Impfzentren zu liefern«, sagte der Leiter der Impfstoff-Arbeitsgruppe der US-Regierung, Moncef Slaoui, dem Sender CNN am Sonntag.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA wird sich Medienberichten zufolge zwischen dem 8. und dem 10. Dezember treffen, um über die Zulassung von Corona-Impfstoffen zu entscheiden.

Icon: Der Spiegel

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