Corona-News am Donnerstag: Inzidenzwert laut RKI erstmals seit Monaten unter 100
Icon: vergrößernEin Intensivpfleger ist auf der Covid-19 Intensivstation im Städtischen Klinikum Dresden
Foto: Robert Michael / picture alliance / dpa
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Mehr als 3900 Corona-Tote an einem Tag in den USA
10.14 Uhr: In den USA sind binnen eines Tages mehr als 3900 Tote im Zusammenhang mit dem Corona-Virus registriert worden. Am Mittwoch meldeten die Behörden 3943 Tote, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Donnerstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bisherige Höchstwert wurde am 12. Januar mit 4466 Toten verzeichnet.
Die Anzahl der registrierten Neuinfektionen blieb am selben Tag mit 152.478 vergleichsweise niedrig. Der bisherige Tagesrekord wurde am 2. Januar mit 300.282 neuen Fällen gemeldet.
In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang knapp 25,6 Millionen Menschen mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 429.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.
Bund berät über Einreisesperre auch für Großbritannien
10.05 Uhr: Das Bundesinnenministerium hat Pläne für die Vorbereitung von Einreisesperren für Großbritannien, Brasilien und Südafrika bestätigt. Eine entsprechende Vorlage werde derzeit in der Bundesregierung abgestimmt, sagte ein Sprecher am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Hintergrund ist, dass in diesen Ländern hochansteckende Virus-Mutationen festgestellt wurden. Die Bundesregierung hatte vor einer Ausbreitung auch in Deutschland gewarnt. Denkbar ist, dass es Einreisesperren für weitere Länder geben könnte, in denen sich die Mutationen bereits stärker ausgebreitet haben. Dies könnte etwa die Niederlande oder Dänemark betreffen. »Bild« schrieb, dass die Einreisesperren bereits kommende Woche in Kraft treten sollten.
Kanzlerin Angela Merkel hatte vor wenigen Tagen gesagt, dass sie den Reiseverkehr nicht komplett stoppen, touristische Reisen aber wegen der Sorge vor einer Ausbreitung der Mutationen möglichst stark reduzieren wolle. Zuvor hatte Bundesinnenminister Horst Seehofer Überlegungen für zusätzliche Maßnahmen vorgestellt. Als Beispiele hatte er schärfere Grenzkontrollen, besonders an den Grenzen zu Hochrisikogebieten und die Reduzierung des Flugverkehrs nach Deutschland auf »nahezu Null« genannt. Dagegen gab es Kritik aus der Wirtschaft, der Opposition und von Verbraucherschützern.
Der Warenverkehr soll nicht betroffen sein, sagte eine Regierungssprecherin. Auch auf EU-Ebene sind Verschärfungen für sogenannte »dunkelrote« Zonen mit hohen Corona-Infektionszahlen in Arbeit. Anders als in Deutschland steigt in etlichen EU-Staaten die Zahl der Ansteckungen wieder.
Spahn plädiert für Gipfeltreffen zur Impfkampagne
10.00 Uhr: Gesundheitsminister Spahn will bei einem Gipfeltreffen mit Ländern und Herstellern über den schleppenden Impfstart sprechen. Er erwartet wegen der Vakzin-Knappheit noch »mindestens zehn harte Wochen«. Lesen Sie hier mehr dazu.
Biontech: Impfstoff gegen wichtigste britische und südafrikanische Virus-Mutanten wirksam
09.43 Uhr: Der Impfstoff von Biontech ist gegen die wichtigsten in Großbritannien und Südafrika aufgetauchten Coronavirus-Mutanten wirksam. In-Vitro-Tests hätten gezeigt, dass die Entwicklung eines neuen Impfstoffs für diese Varianten des Coronavirus nicht notwendig sei, teilten das Mainzer Unternehmen und sein US-Partner Pfizer am Donnerstag mit. Die Virus-Varianten würden jedoch weiterhin auf mögliche Resistenzen gegen den Impfstoff beobachtet.
Die Unternehmen untersuchten demnach verschiedene Coronavirus-Varianten mit unterschiedlichen Mutationen. Bei der Neutralisierung der südafrikanischen Variante mit drei Mutationen traten im Vergleich zu den anderen untersuchten Varianten »geringe Unterschiede« auf. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass diese »zu einer signifikanten Verringerung der Wirksamkeit« des Impfstoffs führten, teilten die Unternehmen mit.
Die neuen Varianten des Coronavirus breiten sich in immer mehr Ländern aus. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Mittwoch wurde die zunächst in Großbritannien registrierte Mutante inzwischen in 70 Ländern nachgewiesen. Sie ist Wissenschaftlern zufolge ansteckender als die Ursprungsvariante des Coronavirus. Auch für die zunächst in Südafrika nachgewiesene Mutante verzeichnete die WHO ein größeres Verbreitungsgebiet. Die Zahl der betroffenen Länder stieg innerhalb von einer Woche um acht auf 31.
Britische Virus-Variante für zehn Prozent der Fälle verantwortlich
09.38 Uhr: In Frankreich gehen nach Regierungsangaben zehn Prozent aller Ansteckungsfälle auf die zuerst in England entdeckte Variante des Coronavirus zurück. Regierungssprecher Gabriel Attal bekräftigt im Hörfunksender France Inter, eine Verschärfung des Lockdowns bleibe eine Option für die Regierung. Details nennt er nicht. Am Mittwoch verzeichneten die Behörden fast 27.000 bestätigte Neuinfektionen. Das ist der höchste Anstieg binnen 24 Stunden seit Mitte November, als das Land im zweiten vollständigen Lockdown war. Das lässt darauf schließen, dass die gegenwärtigen Maßnahmen nicht ausreichen, die Verbreitung der ansteckenderen englische Variante einzudämmen.
Covid-Patient verlässt Krankenhaus und geht einkaufen
08.17 Uhr: Ein Covid-19-Patient ist trotz seiner Erkrankung mit dem öffentlichen Nahverkehr von Wiesbaden nach Mainz gefahren und dort im Supermarkt einkaufen gegangen. Wie die Bundespolizei am Donnerstag mitteilte, habe sich der Mann verbotenerweise aus der stationären Behandlung entfernt.
Der 21-Jährige habe sich späten Dienstagabend am Mainzer Hauptbahnhof an Sicherheitskräfte gewandt und erklärt, er habe Corona und benötige medizinische Hilfe. Zuvor hatte er allerdings in einem Rewe eingekauft. Ein Rettungswagen brachte ihn in die Mainzer Uniklinik.
Der Supermarkt, den der Mann besucht hatte, wurde von Beamten abgesperrt, hieß es. Gegen den Mann wurde ein Straf- und ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
WHO-Experten beginnen in Wuhan mit Erkundung der Corona-Ursprünge
08.30 Uhr: Mit dem Ende der Quarantäne-Zeit nach der Ankunft vor zwei Wochen hat ein Team der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seine Erkundung der Ursprünge der Corona-Pandemie in China begonnen. Die WHO-Experten verließen am Donnerstag ihr Quarantäne-Hotel in der zentralchinesischen Provinzhauptstadt Wuhan, wo das neuartige Coronavirus Ende 2019 erstmals festgestellt worden war. Sie bestiegen einen Bus, um zu ihren ersten Erkundungsorten gebracht zu werden. Früheren Angaben zufolge war zunächst geplant, Menschen aus Forschungsinstituten, Krankenhäusern und von dem Tier- und Fleischmarkt in Wuhan zu befragen, wo der neue Erreger vermutlich erstmals aufgetaucht ist. Es wird vermutet, dass das Virus von einem Tier auf den Menschen übertragen wurde.
Geleitet wird die WHO-Delegation von Peter Ben Embarek, einem Experten für Tierkrankheiten, die auf andere Spezies übergehen. International wird von der Führung in Peking verlangt, eine transparente Untersuchung zu ermöglichen. Vor allem die USA haben China vorgeworfen, das Ausmaß des ersten Ausbruchs vertuscht und damit zu der weltweiten Verbreitung des Virus beigetragen zu haben. Kritisiert wird auch, dass chinesische Experten die erste Phase der Untersuchung durchgeführt haben. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Gheybreyesus hatte sich zudem »sehr enttäuscht« gezeigt, weil sich die Einreiseerlaubnis für das Team zu dem lang erwarteten Einsatz verzögert hatte.
Vietnam befürchtet erstmals seit Monaten größeren Corona-Ausbruch
08.08 Uhr: Vietnam befürchtet steigende Covid-19-Zahlen. Am Donnerstag seien 82 Neuinfektionen bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium mit. Es handele sich um die ersten lokalen Übertragungen des Virus nach 55 Tagen.
70 Infektionen stehen den Angaben zufolge in Verbindung mit einer großen Fabrik in Hai Duong City in der Nähe von Hanoi. Eine der positiv getesteten Personen sei zuvor in der Region herumgereist und habe sich mit rund 200 Menschen getroffen, so die Behörden. Diese sollen nun alle kontaktiert und getestet werden.
Viele sorgen sich um einen der wichtigsten Feiertage in dem südostasiatischen Land: In zwei Wochen feiert Vietnam das Neujahrsfest nach dem Mondkalender, bei dem die Bürger traditionell quer durch das Land reisen und Familienfeiern abhalten. Bislang ist Vietnam dank strikter Maßnahmen glimpflich durch die Pandemie gekommen. Es wurden nur rund 1600 Fälle gemeldet, 35 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben.
SPD fordert Plan für schnellere Impfungen
06.47 Uhr: Die Sozialdemokraten dringen auf eine Beschleunigung der Corona-Impfungen in Deutschland. »Wir brauchen einen klaren Plan, wie wir das Impfen in Deutschland schneller hinbekommen«, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil der Deutschen Presse-Agentur. Dafür müssten alle Ebenen zusammenkommen.
Hintergrund ist unter anderem der Streit der Europäischen Union mit dem Pharmakonzern AstraZeneca. Der Impfstoff des Herstellers wird voraussichtlich zunächst in weit geringeren Mengen nach Deutschland und andere Länder geliefert als erwartet. In der EU wird das Vakzin voraussichtlich am Freitag zugelassen.
Bei einem Krisentreffen am Mittwochabend hatte das Unternehmen keine zusätzlichen Lieferungen zugesagt. Auch der Hersteller Biontech/Pfizer, dessen Präparat bereits eingesetzt wird, hatte zwischenzeitlich Produktionsprobleme.
«Es gibt gerade einen Rückschlag nach dem anderen», sagte Klingbeil. Er sagte, man brauche jetzt Transparenz über die Verträge und über Nachbestellungen von Impfstoffen.
Diebstähle knapp gewordener Sauerstoffflaschen häufen sich in Mexiko
05.15 Uhr: In Mexiko häufen sich Diebstähle von in der Coronavirus-Pandemie immer knapper werdenden Sauerstoffflaschen. Seit dem 3. Januar seien bereits 14 solcher Fälle von Diebstahl oder Betrug registriert worden, teilte das Ministerium für öffentliche Sicherheit mit. Ermittlungen hätten bislang zur Beschlagnahmung von 36 gestohlenen Sauerstoffflaschen und zu acht Festnahmen geführt. Zweck der Diebstähle der Behältnisse für medizinischen Sauerstoff war demnach der Weiterverkauf auf dem Schwarzmarkt.
Wegen »exponentiell« gestiegener Nachfrage angesichts anhaltend hoher Corona-Zahlen hatte Mexikos Regierung vergangene Woche zur Abgabe nicht benötigter Sauerstoffflaschen aufgerufen. Viele Krankenhäuser in dem nordamerikanischen Land sind derzeit voll. Auch wegen weit verbreitetem Misstrauen vor dem chronisch unterfinanzierten Gesundheitssystem bleiben zahlreiche Covid-19-Kranke zu Hause. Dort werden sie von Angehörigen mit Sauerstoff versorgt. Vielerorts bilden sich lange Schlangen vor Stellen, wo die Flaschen aufgefüllt werden.
Mexiko – mit knapp 130 Millionen Einwohnern an zehnter Stelle der bevölkerungsreichsten Länder – hat bislang weltweit die viertmeisten Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankung registriert. Mit 153.639 Toten liegt es nur noch knapp hinter Indien auf dem dritten Platz. Weil in Mexiko äußerst wenig getestet wird und die sogenannte Übersterblichkeit besonders hoch ist, gehen Experten davon aus, dass die wahre Zahl dort noch viel höher ist.
In den vergangenen Wochen wurden besonders viele Todesopfer gemeldet – der bisherige Höchststand liegt bei 1803 innerhalb von 24 Stunden, zuletzt kamen am Mittwoch 1623 hinzu. Auch Mexikos Staatspräsident Andrés Manuel López Obrador wird seit Sonntag nach eigenen Angaben wegen leichter Covid-19-Symptome behandelt.
Australien setzt quarantänefreie Einreise aus Neuseeland weiter aus
04.30 Uhr: Australien setzt die Regelung zur quarantänefreien Einreise aus Neuseeland für weitere 72 Stunden aus. Es handle sich um eine Maßnahme zum Schutz der australischen Bevölkerung, begründen die Behörden den Schritt. In Neuseeland waren kürzlich zwei Menschen positiv auf die südarikanische Variante des Coronavirus getestet worden.
Friseursalons und Fitnessstudios fordern klare Perspektive für Wiedereröffnung
03.05 Uhr: Angesichts der in den vergangenen Wochen gesunkenen Coronavirus-Infektionszahlen in Deutschland fordern das Friseurhandwerk und die Fitnessbranche klare Perspektiven für die Wiedereröffnung ihrer Betriebe. »In einer ersten Stufe sollten Kitas und Schulen wieder öffnen. In der nächsten Stufe sollten die Friseure wieder öffnen können«, sagte der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Harald Esser, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Als Voraussetzung nannte Esser, dass die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz unter 50 liege und sich die Reproduktionszahl ebenfalls stabil unter der kritischen Marke von 1,0 bewege. Zum Infektionsschutz in den Friseursalons plädierte Esser dafür, dass Mitarbeiter wie Kunden zum Tragen medizinischer Masken verpflichtet werden.
Die Präsidentin des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheits-Anlagen, Birgit Schwarze, forderte in den Funke-Zeitungen einen Stufenplan für die Wiedereröffnung der Betriebe ihrer Branche. Sobald sich die Situation entspanne, müsse die Politik »eine Strategie zu schrittweisen Lockerungen vorlegen«. Die Fitnessstudios hätten im vergangenen Jahr umfassende Hygienekonzepte erarbeitet, die »gut funktioniert« hätten, so Schwarze. Vielen Betrieben drohe nun der Ruin, nachdem sie erst in Hygienemaßnahmen investiert hätten, danach schließen mussten »und jetzt die versprochenen Hilfszahlungen nicht erhalten«, kritisierte sie.
Der Städte- und Gemeindebund warnte allerdings davor, falsche Schlüsse aus den sinkenden Corona-Infektionszahlen zu ziehen. Lockerungen sollten erst vorgesehen werden, wenn »die Zahl der Gesundheitsämter mit niedrigen Inzidenzen weiter deutlich zunimmt und zu einer flächendeckenden Entwicklung führt«, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Funke-Zeitungen. Bisher hätten von 412 Gesundheitsamtsbezirken weniger als 30 eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 erreicht.
Warum Kinder die Herdenimmunität erschweren
02.15 Uhr: Für unter 16-Jährige sind die Corona-Impfstoffe nicht zugelassen. Was bedeutet das für den weiteren Verlauf der Pandemie? Lesen Sie hier mehr.
Erneut heftige Ausschreitungen im Libanon bei Protesten gegen Corona-Auflagen
01.30 Uhr: Im Libanon ist es am dritten Abend in Folge bei Protesten gegen die Corona-Beschränkungen zu schweren Ausschreitungen gekommen. In der Hafenstadt Tripoli im Norden des Landes lieferten sich Demonstranten am Mittwoch Straßenschlachten mit der Polizei. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden dabei 226 Menschen verletzt.
Demonstranten bewarfen die Sicherheitskräfte mit Molotowcocktails und Steinen, wie eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP beobachtete. Einige der Protestierenden versuchten, in den Sitz der Regionalregierung einzudringen. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas ein. Mindestens 66 der Verletzten wurden laut NNA in Krankenhäuser eingeliefert. Die Sicherheitskräfte teilten über den Onlinedienst Twitter mit, in ihren Reihen habe es neun Verletzte gegeben.
Bereits an den vorherigen Abenden waren bei den Konfrontationen Dutzende Menschen verletzt worden. Tripoli gehörte bereits vor der Corona-Pandemie und ihren wirtschaftlichen Auswirkungen zu den ärmsten Gegenden des Landes. Seit die Regierung Anfang des Monats einen landesweiten Lockdown verhängt hat, haben viele Einwohner der Stadt kein Einkommen mehr. »Wir sind hier, um Nahrungsmittel zu verlangen. Die Menschen haben Hunger«, sagte der 20-jährige Demonstrant Mohamad Essedin.
Ein ursprünglich bis zum 25. Januar angesetzter Lockdown im Libanon war zuletzt bis zum 8. Februar verlängert worden. In dem Mittelmeerstaat mit sechs Millionen Einwohnern breitet sich das Coronavirus derzeit stark aus. Seit Pandemie-Beginn wurden mehr als 285.000 Infektionen nachgewiesen, mehr als 2400 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Der Libanon steckt in der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Das libanesische Pfund befindet sich seit dem Sommer im freien Fall. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt nach Angaben der Uno unter der Armutsgrenze.
Niedersachsen hat offenbar einen Lockerungsplan
01.20 Uhr: Die niedersächsische Landesregierung hat einem Medienbericht zufolge einen Plan zur Lockerung der Corona-Beschränkungen erarbeitet – allerdings nur als grobe Leitlinie und für den Fall weiter sinkender Infektionszahlen. Der Plan reicht von Stufe 1 (geringes Infektionsgeschehen), wo fast alles wieder möglich ist, bis zur Stufe 6 (eskalierendes Infektionsgeschehen), in der so gut wie gar nichts mehr geht, wie die »Neue Osnabrücker Zeitung« berichtete.
Öffentliche und private Zusammenkünfte ohne Personenbegrenzungen, Abstand und Masken wären demnach erst wieder möglich, wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche – also die sogenannte 7-Tage-Inzidenz – unter zehn liegt.
Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen will das Land dem Bericht zufolge aber erst nach der nächsten Ministerpräsidenten-Runde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Anfang Februar treffen.
Dreyer fordert einheitliche Regeln für Lockerung des Lockdowns
0.40 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat einheitliche Regeln für eine Lockerung des Corona-Lockdowns gefordert: »Ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir uns in Deutschland auf die gleichen ›Wenn-dann-Regeln‹ einigen«, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Wir brauchen ein Einvernehmen darüber, in welchen Inzidenz-Korridoren bestimmte Bereiche gelockert werden können oder wieder verschärft werden müssen.« Ein Zukunftsplan, der den Familien, der Wirtschaft und der Kultur Perspektiven vermittelt, sei »absolut notwendig«.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) äußerte sich zurückhaltender. Er forderte, sich bei den Szenarien für Lockerungen nicht allein an der Zahl der Neuinfektionen zu orientieren. »Der Inzidenzwert ist eine wichtige Maßzahl – aber nicht der einzige. Wir müssen auch andere Aspekte, wie die Ausbreitung der Mutationen und die Auslastung in den Intensivstationen, im Blick haben«, sagte der SPD-Politiker. Schule und Kitas müssten bei der Lockerung ganz vorn stehen. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Infektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.
Fast drei Millionen Menschen bei slowakischen Massentests
0.30 Uhr: Die Slowakei hat erneut einen großen Teil der über zehn Jahre alten Bevölkerung einem Corona-Massentest unterzogen. Wie der populistisch-konservative Ministerpräsident Igor Matovic am Mittwoch bilanzierte, nahmen 2,95 Millionen der insgesamt 5,5 Millionen Einwohner an den Antigen-Schnelltests teil. Von den Testergebnissen seien 1,24 Prozent positiv gewesen.
Die innerhalb von neun Tagen vom 18. bis 26. Januar im ganzen Land durchgeführten Testungen waren zwar formell freiwillig. Wer aber kein negatives Testergebnis vorweisen kann, darf bis 7. Februar nicht einmal mehr zur Arbeit gehen. Sogar für Spaziergänge in der Natur ist ein negativer Test nachzuweisen. Die Polizei hatte schon im Voraus strenge Kontrollen ab Mittwoch angekündigt.
Matovic rechtfertigte die Massentests vor Journalisten als einzige objektive Möglichkeit, die reale Verbreitung der Pandemie festzustellen. Der Städte- und Gemeindeverband kritisierte hingegen, den Kommunen sei ohne angemessene Entschädigung die Hauptlast der Organisation aufgebürdet worden. Vor weiteren Massentests sollten erst Experten befragt werden, ob der enorme Aufwand an personellen und materiellen Ressourcen nicht zu groß sei im Vergleich zum tatsächlichen Nutzen.
Davor hatten bereits die Ärztekammer und andere Gesundheitsorganisationen kritisiert, durch landesweite Tests an größtenteils gesunden Menschen würden Kapazitäten des kurz vor dem Kollaps stehenden Gesundheitssystems ineffizient eingesetzt. Besser wäre es, nur Risikogruppen und Hotspots zu testen, sich dafür aber stärker auf die Vorbereitung von Corona-Impfungen zu konzentrieren.
Die Slowakei hatte schon im Oktober/November 2020 mit Massentests für internationales Aufsehen gesorgt. Während Österreich und andere Länder dieses Experiment nachahmten, war es in der Slowakei selbst stets umstritten.
Portugal ruft die Bundeswehr zu Hilfe
0.15 Uhr: Die Infektionsraten in Portugal sind dramatisch, das Gesundheitssystem an ersten Stellen zusammengebrochen. Deutschland hat ein Expertenteam geschickt. Lesen Sie hier mehr.
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