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Corona, Hunger, Versorgungskrise: Der Libanon zerbricht

July 20
15:57 2020
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Stadtteil Bab al-Tabana in Tripoli: "Wir können nicht mehr"

Foto: Jacob Russel / DER SPIEGEL

Es begann harmlos, wie so oft im Libanon. Der zweijährige Walid al-Manna war müde, was auch an der Sommerhitze liegen konnte. Ein paar Stunden später aß er nicht mehr, sein kleiner Körper wurde immer schlaffer.

Am vergangenen Sonntagmittag brachten seine Eltern ihn zum letzten Arzt, der in ihrer Nachbarschaft Kubba im Zentrum von Tripoli trotz der Wirtschaftskrise noch geöffnet hatte. Es sei ernst, sagte der Arzt, vermutlich eine Lungenentzündung. Das Kind müsse sofort ins Krankenhaus. Er könne ihm nur das Schmerzmittel Paracetamol geben. Etwas Besseres habe er nicht.

Der Vater des Kleinen rief im einzigen städtischen Krankenhaus an. Nein, kein Bett frei, hieß es. Er telefonierte die etwa 20 privaten Kliniken der Stadt ab, erhielt die immer gleiche Antwort: Tut uns leid, wir nehmen keine Patienten mehr auf. Es fehlten die Mittel. Dann telefonierte die Familie Krankenhäuser erst im Nordlibanon, schließlich im ganzen Land ab. Immer versicherten sie, sie könnten bezahlen für die Behandlung. Nichts.

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