Container-Schifffahrt boomt: Volle Fracht voraus!
Icon: vergrößernIm Tiefgang: Die "Thalassa Patris" verlässt den Hafen von Xiamen, China. Das Schiff fasst bis zu 13.808 Standardcontainer
Foto: VCG / Getty Images
Dieser Tage hat Deutschlands größte Container-Reederei ein unerwartetes Problem: Containermangel. »Der Markt ist leer: Wir können kaum Boxen finden und kaum Charterschiffe«, erzählt Rolf Habben Jansen, der Chef von Hapag-Lloyd. »Dass dieses Jahr die Kapazitäten noch so knapp werden könnten, hat auch uns überrascht.« Der Niederländer, 54, schüttelt seinen Kopf, als glaube er es selbst nicht. »Niemand hat diesen Nachfrageschub vorhergesehen.«
2020 ist ein verrücktes Jahr für die internationale Handelsschifffahrt. Ein Jahr, das als Horrorfilm startete und mit einem Happy End für die Container-Reedereien aufhören dürfte.
Denn ihr Geschäft brummt so wie lange nicht mehr. Ausgerechnet in der Pandemie vermelden Hapag-Lloyd und andere Konzerne wie Maersk oder CMA CGM massive Profitsteigerungen, teils sogar Rekordüberschüsse. Und: Die globalen Frachtraten, also die Preise für Containertransporte, gehen seit Wochen durch die Decke.
All das passt scheinbar gar nicht zum Bild einer tiefen globalen Rezession. Dreht sich da gerade etwas in der Weltwirtschaft?

