Biden gewinnt in Michigan – mit bangem Blick auf die Protestwähler
Nach Angaben der »Washington Post« und von CNN haben sowohl US-Präsident Joe Biden als auch Donald Trump die Vorwahlen ihrer Parteien in Michigan wie erwartet für sich entschieden. Die ersten Ergebnisse zeigten einen deutlichen Vorsprung für Biden und Trump.
Nach Auszählung von rund einem Viertel der Stimmen der Demokraten entfielen den Angaben zufolge rund 80 Prozent auf Biden und 14 bis 16 Prozent auf die »Unentschlossenen«. Wie viele dieser Stimmen aus Protest gegen Bidens Gaza-Politik abgegeben wurden, konnte nicht ermittelt werden.
Michigan bietet die Möglichkeit, die Unterstützung der Parteibasis für einen nominierten Kandidaten in Frage zu stellen. In dem US-Bundesstaat mit zehn Millionen Einwohnern – etwas weniger als Baden-Württemberg – leben viele Araber, die ihm eine unkritische Unterstützung Israels im Gazakrieg vorwerfen. Seine Kritiker riefen deshalb die Wähler auf, aus Protest »uncommitted« zu wählen.
Michigan gilt als »swing state« auch als einer der Schlüsselstaaten für die eigentliche Präsidentschaftswahl im November, bei der es wahrscheinlich zu einer Stichwahl zwischen Biden und Trump kommen wird. Beide großen Parteien haben in dem Bundesstaat gute Chancen auf einen Wahlsieg, das Ergebnis steht also gewissermaßen »auf der Kippe«. Bei der Wahl 2020 lag Biden in Michigan nur 2,8 Prozentpunkte vor Trump.
Haley verliert erneut – will aber nicht aufgeben
Bei den Republikanern lag Trump mit 66 Prozent mehr als deutlich vor seiner Herausforderin Nikki Haley mit rund 29 Prozent. Trump und Haley hatten sich in dem nördlichen Bundesstaat ein weiteres Duell um die Nominierung ihrer Partei für die Präsidentenwahl am 5. November geliefert. Wer in den USA Präsidentschaftskandidat werden will, muss sich zunächst in parteiinternen Vorwahlen durchsetzen. Bei Parteitagen im Sommer werden die Kandidaten dann offiziell gekürt.
Der Demokrat Biden hat in seiner Partei keine ernsthafte Konkurrenz mehr – auch wenn Bedenken wegen des hohen Alters des amtierenden Präsidenten Teile seiner Partei umtreiben.
Haley hatte bereits bei den Vorwahlen in Iowa, New Hampshire und am vergangenen Wochenende in South Carolina gegen Trump verloren. Die 52-Jährige gilt als politisch und rhetorisch etwas gemäßigter als ihr Konkurrent. Offen ist, wie lange sie noch im Rennen um die Kandidatur bleiben wird, da ihr faktisch keine Chancen mehr eingeräumt werden, Trump zu schlagen. Der 77-Jährige hat großen Rückhalt in der Parteibasis – trotz aller Entgleisungen, Skandale und juristischer Probleme.

