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Berlin/Dresden: Kunstdiebstahl aus Grünem Gewölbe – Ermittler nehmen drei Tatverdächtige fest

November 17
12:38 2020
Mehr als 1600 Polizisten sind an der Razzia beteiligt: 18 Objekte werden durchsucht Icon: vergrößern

Mehr als 1600 Polizisten sind an der Razzia beteiligt: 18 Objekte werden durchsucht

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CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shutterstock

Den Beschuldigten werden schwerer Bandendiebstahl und Brandstiftung in zwei Fällen vorgeworfen: Im Zusammenhang mit dem Kunstdiebstahl im Dresdner Grünen Gewölbe hat die Polizei in Berlin drei Tatverdächtige festgenommen. Diese sollen noch im Laufe des Tages dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden, wie die Staatsanwaltschaft Dresden mitteilte.

Die Festgenommenen gehören laut Polizei zum Berliner Clanmilieu. Nach Informationen von SPIEGEL TV gehören die Männer dem Remmo-Clan an. Diese in Verbindung zu einer arabischen Großfamilie stehende Organisation wird auch für andere große Straftaten verantwortlich gemacht. Im Februar waren Mitglieder des Clans wegen des spektakulären Diebstahls einer 100 Kilogramm schweren Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum verurteilt worden.

Wenig Hoffnung auf Beute

Seit dem Morgen wurden laut Polizei insgesamt 18 Objekte in der Hauptstadt durchsucht, darunter zehn Wohnungen sowie Garagen und Fahrzeuge. Den Behörden zufolge sind dabei knapp 1640 Polizeibeamte im Einsatz. Im Zentrum des Einsatzes unter Führung der Soko »Epaulette« steht laut der Polizei Sachsen unter anderem die Suche »nach möglichen Beweismitteln wie Speichermedien, Bekleidungsstücken und Werkzeugen«.

»Es ist auch unser Ziel, nach den entwendeten Juwelen zu suchen«, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden. Bislang wurden aber keine Kunstschätze gefunden. Laut Polizei gibt es trotz der Festnahmen auch nur wenig Hoffnung, dass die gestohlenen Objekte wieder nach Dresden zurückkehren. »Da müsste man sehr viel Glück haben, dass man die ein Jahr nach der Tat noch finden würde«, sagte der Sprecher der Dresdner Polizei, Thomas Geithner – und fügte hinzu: »Die Hoffnung stirbt zuletzt.«

Bei einem der spektakulärsten Einbrüche der vergangenen Jahrzehnte hatten Unbekannte im November 2019 in Dresden aus der berühmten Schatzkammer Grünes Gewölbe Kunstschätze von kaum messbarem Wert gestohlen. Binnen Minuten stahlen sie aus einer Ausstellungsvitrine historischen Juwelenschmuck. Anschließend flohen sie mit einem Auto, das sie später in Brand setzten. Lesen Sie hier eine Rekonstruktion des Juwelenraubs: Eine Axt und acht Minuten.

Innensenator: "Signal an die Szene"

Der Schwerpunkt der Durchsuchungen am Dienstag habe auf dem Stadtteil Berlin-Neukölln gelegen. Aufgrund des Polizeieinsatzes ist demnach den ganzen Tag mit erheblichen Verkehrseinschränkungen im gesamten Stadtgebiet von Berlin zu rechnen. Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Ermittler immer wieder Spuren in die Hauptstadt verfolgt und mehrere Objekte durchsucht.

Berlins Innensenator Andreas Geisel sprach laut einer Mitteilung von einem großen Erfolg bei der Aufklärung des Kunstraubs. Die Durchsuchungen und Festnahmen belohnten die Arbeit der Ermittler in Berlin und Sachsen.

Es sei zugleich »ein weiteres Signal in die Szene«, so der SPD-Politiker. »Niemand sollte glauben, er könne sich über diesen Staat und seine Regeln hinwegsetzen. Der Rechtsstaat ist das Maß der Dinge.«

Neben Einsatzkräften aus Sachsen waren an der aktuellen Razzia laut Polizei auch Spezialeinsatzkräfte des Bundes und mehrerer Länder beteiligt. Polizisten aus Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Thüringen unterstützten die Beamten aus Sachsen.

Icon: Der Spiegel

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