Anschläge in Paris 2015: Wie geht es den Betroffenen heute?
Icon: vergrößernKonzerthaus Bataclan am 13. November 2015
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Daniel Psenny / LE MONDE / AFP
Auf dem Kaminsims im Büro von François Hollande steht ein gerahmtes Foto, es zeigt den Trauermarsch nach dem Anschlag auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" im Januar 2015. Neben Hollandes Schreibtisch liegt seine Labradorhündin, von den bodentiefen Fenstern kann er auf die noch grünen Baumwipfel der Tuileriengärten schauen und auf die vielen Fahrradfahrer, die neuerdings unten auf der Rue de Rivoli fahren. Paris sieht friedlich aus von hier, aber das täuscht.
Es begann Ende September, als ein Terrorist vor dem ehemaligen Redaktionsgebäude von "Charlie Hebdo" versuchte, zwei Menschen mit einer Axt zu töten. 21 Tage später enthauptete ein 18-Jähriger den Lehrer Samuel Paty im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine auf offener Straße – weil der es im Unterricht gewagt hatte, seinen Schülern Mohammed-Karikaturen zu zeigen.
Und wieder beging die Republik ihre traurig eingeübten Rituale: Trauermärsche, Schweigeminuten, eine Gedenkfeier für den toten Lehrer im Ehrenhof der Sorbonne. "Wir werden weitermachen, Herr Lehrer", versprach Emmanuel Macron vor dem aufgebahrten Sarg. "Wir werden die Freiheit verteidigen, die Sie so gut gelehrt haben."

