Andreas Scheuer und das Maut-Debakel: Vertrauliche Unterlagen belasten Verkehrsminister
Icon: vergrößernMinister Scheuer: "Stärker belastet"
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Der Bundesverkehrsminister steht vor einer weißen Wand, auf die ein blauer Zug gemalt ist, er hält eine Rede, die Großes verspricht. Er wolle den Trans-Europ-Express auferstehen lassen, verkündet Andreas Scheuer, jenen Luxuszug also, der 30 Jahre lang die westeuropäischen Metropolen miteinander verband, bevor er 1987 eingestellt wurde. Ein solches Angebot könne "bis 2025 stehen", sagt der CSU-Politiker. "Wir müssen den Einstieg jetzt schaffen."
Scheuer spricht zu Beginn des europäischen Schienengipfels, zu dem sich die EU-Verkehrsminister in einer Videokonferenz zusammengeschaltet haben. "Bahnfahren ist aktiver Klimaschutz", sagt Scheuer und kündigt eine "Berliner Erklärung" an, ein Bekenntnis zum Schienengüterverkehr. Dann holt er weit aus, es geht um so ziemlich alles, wofür sein Ministerium verantwortlich ist. Als er nach knapp 20 Minuten noch immer spricht, schaut sein Pressesprecher auf die Uhr.
Die Rede am Montag klingt wie eine vorgezogene Bilanz seiner Amtszeit, eine Festschreibung seiner politischen Hinterlassenschaft. Vielleicht war es sogar die letzte Gelegenheit für ein solches Resümee. Schon kommende Woche könnte das politische Schicksal von Andreas Scheuer besiegelt werden.

