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Alexej Nawalny: Sprecherin bestätigt Tod

February 17
14:26 2024

»Alexej Nawalny wurde ermordet«, schreibt dessen Sprecherin Kira Jarmysch auf X . Sie bestätigt damit den Tod des Kremlkritikers, der bereits am Freitag bekannt geworden war. In einer offiziellen Mitteilung hätten die Behörden der Mutter Nawalnys dessen Tod mitgeteilt, schreibt sie weiter. Nawalny sei den Angaben zufolge um 14.17 Uhr Ortszeit gestorben.

Der Leichnam des gestorbenen Oppositionellen sei von Ermittlern mitgenommen worden, schreibt Jarmysch weiter. Diese würden mit dem Körper nun »Untersuchungen« anstellen (Anführungszeichen im Original). »Wir verlangen, dass Alexej Nawalnys Körper sofort seiner Familie übergeben wird«, fordert die Sprecherin.

Ljudmila Nawalnaja, die Mutter des russischen Oppositionsführers, war zuvor in Begleitung von Nawalnys Anwalt zu der Gefängniskolonie gereist, in der er gestorben ist. Die russische Zeitung »Nowaja Gaseta« hatte am Vormittag berichtet, dass die beiden in der nordsibirischen Stadt Salechard angekommen seien und sich auf den Weg zur Strafkolonie IK-3 in der Siedlung Kharp gemacht hätten.

Nawalny war dort offiziellen Angaben zufolge im Alter von 47 Jahren am Freitag ums Leben gekommen. Angeblich sei er nach einem Hofgang im Straflager, in dem er eine drei Jahrzehnte lange Haftstrafe verbüßte, bei eisigen Temperaturen zusammengebrochen. Wiederbelebungsversuche waren nach Angaben des Strafvollzugs erfolglos.

Menschenrechtler werfen dem russischen Machtapparat Mord vor. Auch die Mitarbeiter des prominenten Anti-Korruptionskämpfers gehen davon aus, dass Nawalny gezielt getötet wurde. Der Tod des Oppositionspolitikers, der nach einem Giftanschlag trotz drohender Haft 2021 nach Russland zurückgekehrt war, löste in vielen Ländern Bestürzung aus. Auch viele internationale Politiker sprachen davon, dass dies ein politischer Mord durch Putin und das russische Justizsystem sei.

Behörden entfernen Erinnerungsstätten, verhaften Trauernde

Auch in Russland trauern viele Menschen trotz Festnahmen und Drucks der Behörden weiter um den Oppositionellen. In Moskau und anderen Städten entfernten Männer in Zivil oder Mitarbeiter der Stadtreinigung spontan errichtete Erinnerungsstätten für Nawalny. Sie packten Blumen in Mülltüten, sammelten Kerzen und Bilder ein. Medien in vielen Teilen Russlands berichteten, dass trotzdem weiter frische Blumen niedergelegt, Kerzen angezündet und Bilder zur Erinnerung an Nawalny aufgestellt wurden.

Nach Informationen von Menschenrechtlern gab es landesweit mehr als 100 Festnahmen. Das Internetportal ovd.info berichtete, dass allein in Sankt Petersburg mehr als 60 Menschen festgenommen worden seien. Festnahmen gab es demnach in zehn Städten, darunter auch in Moskau, Brjansk und Krasnodar. Die Bürgerrechtler gaben auch juristische Hinweise für das Niederlegen von Blumen und veröffentlichten die Nummer einer Telefon-Hotline für anwaltliche Hilfe. Viele Russen hatten nach dem Tod Nawalnys öffentlich ihre Wut geäußert.

»Wie groß doch selbst die Angst des Machtapparates vor einem Toten ist, wenn sogar das Ablegen von Blumen zu seinem Andenken als Verbrechen angesehen wird«, schrieb der russische Friedensnobelpreisträger und Gründer der kremlkritischen Zeitung »Nowaja Gaseta«, Dmitri Muratow, bei Telegram.

Nawalny habe als weltweit anerkannter russischer Oppositionsführer die Hoffnung auf eine Zukunft nach der Diktatur verkörpert, schrieb der Experte Alexander Baunow für die Denkfabrik Carnegie am Samstag. Auch im Straflager sei der Politiker für den Kreml ein Ärgernis geblieben. »Doch zeugt das Streben selbst, eine solche Reizfigur loszuwerden, auch davon, dass das Regime nicht so von sich und seiner Zukunft überzeugt ist, wie es selbst gern erscheinen mag.«

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