Alexej Nawalny: Chemiewaffen-Kontrollbehörde bestätigt Vergiftung mit Nowitschok
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Foto: Pavel Golovkin / dpa
Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) hält den Einsatz des geächteten Nervengifts Nowitschok gegen den russischen Oppositionspolitiker Alexej Nawalny für erwiesen.
In einer knappen Mitteilung auf der Webseite der Organisation berichtete die OPCW, die Untersuchung von Proben Nawalnys habe die bisherigen Laborergebnisse, unter anderem aus Deutschland und Schweden, bestätigt. Den Stoff selbst nennt die OPCW in ihrem Statement nicht. Wie in den vergangenen Fällen von Nowitschok-Vergiftungen will die Organisation einen ausführlichen Bericht über die Untersuchungen nur den Mitgliedstaaten zugänglich machen.
Die Experten der OPCW waren vor einigen Wochen extra nach Berlin gereist, um Proben von Nawalny zu nehmen. Nawalny war nach dem Giftanschlag auf ihn Ende August in Berlin behandelt worden.
Die Bundesregierung hatte schon sehr früh von einer Vergiftung Nawalnys mit Nowitschok berichtet. Nachdem ein Speziallabor der Bundeswehr Spuren des verbotenen Nervengifts im Blut Nawalnys isoliert hatte, forderte Berlin von Russland Aufklärung in dem Fall.
Die Bundesregierung geht davon aus, dass nur staatliche Stellen Nowitschok besitzen und einsetzen können. Einen kriminellen Hintergrund schließt man wegen der komplexen Beschaffenheit des Nervengifts aus.
Die Ergebnisse der OPCW werden die Frage nach möglichen Strafmaßnahmen gegen Russland befeuern. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte stets betont, dass man nach einer Bestätigung durch die OPCW mit den Partnerstaaten in der EU, aber auch mit den USA über Reaktionen beraten werde.
Hinter den Kulissen hat Berlin bereits mit mehreren Partnern Maßnahmen diskutiert. Wie diese aussehen sollen, wird aber bisher streng geheim gehalten. Kommende Woche sollen die EU-Regierungschefs darüber beraten.
Alexej Nawalny war Ende August während eines Linienflugs von Sibirien nach Moskau zusammengebrochen. Nur eine Notlandung des Flugzeugs rettete ihm das Leben, da ihn die Ärzte am Boden umgehend mit einem Gegenmittel behandelten.
Nach einigen Tagen in einem russischen Krankenhaus wurde Nawalny schließlich mit einem Spezialflugzeug nach Berlin gebracht und in der Charité behandelt. Mittlerweile geht es dem Politiker wesentlich besser, er wird aber weiter ärztlich betreut.
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