Mitch McConnell: Der Strippenzieher der Republikaner hat sich bei Donald Trump verzockt
Icon: vergrößernMitch McConnell und Donald Trump (im November 2019 in Kentucky): Lange im Gleichschritt unterwegs
Foto: Yuri Gripas/ REUTERS
Mitch McConnell wurde deutlich, jedenfalls für seine Verhältnisse. Der republikanische Minderheitsführer im Senat machte Donald Trump direkt für den Angriff auf das Kapitol verantwortlich. Der Mob, der am 6. Januar den Parlamentssitz stürmte, sei »mit Lügen gefüttert« und vom Ex-Präsidenten »provoziert« worden, sagte McConnell jüngst vor der Kammer.
Die Rede war der öffentliche Teil einer Strategie, die der Senator aus Kentucky offenbar in den Tagen seit der Attacke verfolgte. Das Ziel: die Partei von Trumps Einfluss befreien. Gelegenheit und Mittel dazu: das von den Demokraten betriebene zweite Amtsenthebungsverfahren.
Seinem Umfeld vertraute McConnell an, dass Trumps Verhalten rund um den Angriff auf das Kapitol aus seiner Sicht ein Impeachment rechtfertige. Entsprechende Berichte von US-Medien – das fiel auf – ließ sein Büro undementiert. Im ersten Impeachment-Prozess hatte McConnell noch seine Befangenheit zugunsten Trumps zur Schau getragen. Nun zeigte sich der Senator in einem Brief an seine Kollegen offen für eine Verurteilung. Diese würde es möglich machen, den Ex-Präsidenten in einer weiteren Abstimmung auch für die Zukunft vom Amt auszuschließen.

