Corona News am 3.1.: Patientenschützer fordert genauere Impf-Priorisierung
Icon: vergrößernDie Bewohnerin eines Zwickauer Pflegeheimes wird geimpft
Foto: Robert Michael / dpa
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Verstoß gegen Corona-Verordnung gestreamt
10.14 Uhr: Ein Stream mit Folgen: In Niedersachsen haben zwei Frauen und zwei Männer ihr gemeinsames Treffen ins Internet gestreamt und damit die Polizei auf sich aufmerksam gemacht. Weil die vier jungen Menschen aus vier verschiedenen Haushalten stammten, war das Zusammentreffen am Samstagabend durch die Corona-Verordnungen untersagt, wie ein Sprecher der Polizei mitteilte. Das Treffen in einer Jugendeinrichtung in Moringen wurde durch die Polizei beendet und gegen die vier Teilnehmer wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.
Unbekannte beschmieren Corona-Impfzentrum im sächsischen Vogtlandkreis
09.52 Uhr: Unbekannte haben im sächsischen Vogtlandkreis ein Corona-Impfzentrum beschmiert. Mit gelber und schwarzer Farbe sprühten die Täter am Samstag in Treuen den Schriftzug »Gift« auf das Gebäude und Hinweisschilder, wie die Polizei in Zwickau mitteilte. Der Sachschaden liegt bei etwa 1200 Euro.
Der Vogtlandkreis in Südsachsen ist bundesweit der Landkreis mit der höchsten Sieben-Tage-Inzidenz. Bei dem Wert handelt es sich um die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in diesem Zeitraum. Im Vogtlandkreis lag er nach Angaben des Robert-Koch-Instituts von Sonntagmorgen bei 745,6.
Russland verzeichnet über 24.000 Neuinfektionen und 504 weitere Tote
09.46 Uhr: In Russland verzeichnen die Behörden 24.150 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. 3851 von ihnen wurden in der Hauptstadt Moskau gemeldet. Insgesamt wurden bislang mehr als 3,2 Millionen Ansteckungsfälle registriert. Die Zahl der Menschen, die nachweislich mit oder an dem Coronavirus starben, stieg um 504 auf 58.506.
Polizei löst Gottesdienst mit mehr als 100 Teilnehmern auf
09.30 Uhr: In einer Freikirche im ostwestfälischen Herford hat die Polizei mitten in der Corona-Pandemie einen Gottesdienst mit mehr als 100 Teilnehmern aufgelöst. Bei der Messe am Samstagabend trugen die Gläubigen keine Mund-Nasen-Bedeckung und sangen, wie ein Sprecher am Sonntagmorgen mitteilte. Die Gäste und den Veranstalter erwarteten nun Anzeigen wegen Verstoßes gegen die Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie, hieß es.
Feiertagstelefon für Senioren: Viele Anrufe wegen Einsamkeit
08.43 Uhr: Beim Feiertagstelefon des Seelsorgeprojekts Silbernetz sind seit Heiligabend doppelt so viele Anrufe von einsamen Seniorinnen und Senioren eingegangen wie noch Ende 2019. Die bundesweit erreichbare kostenfreie Nummer sei zwischen dem 24. Dezember und Neujahr fast 3200 Mal angerufen worden, teilte die Organisation am Samstag mit. 1927 Gespräche mit 607 verschiedenen Anruferinnen und Anrufern hätten sich ergeben.
»Die große Mehrheit der Anrufenden war über 60 Jahre alt, mehr als 85 Prozent lebten allein«, sagte Silbernetz-Initiatorin Elke Schilling. Der hohe Gesprächsbedarf einsamer älterer Menschen liege »natürlich an den Belastungen im Corona-Jahr, andererseits bekommt Einsamkeit dadurch in der Öffentlichkeit eine höhere Aufmerksamkeit«, sodass das Thema weniger schambehaftet sei.
Viele ältere Anrufer sprachen demnach über Trauer wegen des Verlusts des Partners oder die Corona-Isolation im Altersheim. Bei knapp einem Drittel der Gespräche seien Depressionen oder Ängste das zentrale Thema gewesen.
Drosten erwartet »sehr komplizierte« erste Jahreshälfte
08.16 Uhr: Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, erwartet in der Coronakrise für 2021 herausfordernde erste sechs Monate. »Ich schaue schon optimistisch auf das neue Jahr, aber ich glaube, dass die erste Jahreshälfte sehr kompliziert werden wird«, sagte Drosten der »Berliner Morgenpost«. Er gehe davon aus, dass ab der zweiten Jahreshälfte eine Entspannung eintreten könnte – »aber nur, wenn man es schafft, ganz viele Personen in den ersten sechs Monaten zu impfen«.
Zur Kritik am Vorgehen bei der Impfstoffbeschaffung sagte Drosten, es sei »jetzt praktisch unmöglich, das im Nachhinein zu bewerten«. Die EU habe den Impfstoff mit Monaten Vorlauf bestellen müssen und zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gewusst, »ob der betreffende Impfstoff auch funktionieren würde«. Der Wissenschaftler verwies darauf, dass nach dem Biontech-Impfstoff nun in Großbritannien der AstraZeneca-Impfstoff bereits zugelassen sei. »Da sollte man in der EU ganz schnell hinterherkommen, denn dieser Impfstoff kann auch in normalen Arztpraxen geimpft werden. Bei diesem Impfstoff hat man nicht die besondere Kühlpflicht.«
Mit Blick auf die Diskussion über eine Verlängerung des Shutdowns in Deutschland sage der Virologe, angesichts einer geringeren Zahl an Tests über die Feiertage lägen derzeit keine belastbaren Daten vor. Der Anteil der positiven Tests zeige jedoch, »dass die Zahlen derzeit nicht nach unten gehen. Das ist nicht gut«. Erst Mitte Januar könne gesagt, werden, ob der Shutdown bis in den Februar hinein verlängert werden müsse.
Laschet gegen Impfpflicht und Vorrechte für Geimpfte
08.00 Uhr: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet spricht sich gegen eine Impfpflicht und Vorrechte für Geimpfte aus. Das gelte auch für Menschen, die einsame Angehörige in Krankenhäusern oder Altenheimen besuchen wollten, sagt der CDU-Politiker der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. »Es darf keinen Druck zum Impfen geben. Das ist der übergeordnete Satz.«
Die Einsamkeit in Heimen und Krankenhäusern sei eine sehr ernste Frage. Dennoch dürfe kein Druck auf Menschen ausgeübt werden, sich impfen zu lassen. Er sei gegen eine Impfpflicht und deshalb auch »gegen Maßnahmen, die den Eindruck erwecken, der Staat erzwinge das Impfen«. Es gebe andere Möglichkeiten, Zugang zu schaffen, zum Beispiel mehr Schnelltests und ausreichend FFP2-Masken. »Und wenn es irgendwann wirklich nicht reicht, müssen wir neu nachdenken.«
RKI: 10.315 neue Corona-Fälle in Deutschland
7.35 Uhr: Die deutschen Gesundheitsämter haben am Sonntag 10.315 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 312 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen bekannt gab.
Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel herum wahrscheinlich weniger Menschen getestet wurden und möglicherweise nicht alle Ämter ihre Daten übermittelten. Dadurch kann es laut RKI noch zu Nachmeldungen kommen.
Die Zahl der binnen sieben Tagen an die Gesundheitsämter gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Sonntagmorgen bei 139,6. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.
Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind enorm: Die höchsten Inzidenzen hatten am Samstag Sachsen mit 329,7 und Thüringen mit 248,9. Den niedrigsten Wert hatte Schleswig-Holstein mit 77,4.
Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 1.765.666 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 03. Januar 2021, 00.00 Uhr). Die Gesamtzahl der Menschen, die mit einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 34.272. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 1.381.900 an.
Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Bericht vom Samstag bei 0,95. Dieser R-Wert bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.
Das RKI betont in seinem Bericht aber, dass zum Jahreswechsel Corona-Fälle nur verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt werden, der R-Wert also womöglich unterschätzt werde.
Realschullehrer-Verband: Klare Regeln für Unterricht je nach Inzidenz
07.27 Uhr: Nach dem Ende der Weihnachtsferien müssen nach Ansicht des Deutschen Realschullehrerverbands klare Regeln zu Wechsel- und Distanzunterricht abhängig von den Corona-Infektionszahlen gelten. »Präsenzunterricht bis 50, Wechselunterricht ab 50 und Fernunterricht ab 100 würden wir als Richtwert ins Feld schlagen«, sagte der Vorsitzende des Deutschen und des Bayerischen Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, der Deutschen Presse-Agentur.
Auch über einen Wert von 150 Neuerkrankungen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen könne man noch diskutieren. »Aber es müssen jetzt klare Ansagen gemacht werden, wie wir in den nächsten Wochen und Monaten handeln«, betonte Böhm. Es habe keinen Sinn, die Schüler nach den Ferien wieder dicht gedrängt in Bussen durch die Gegend zu fahren, solange die Ansteckungsraten so hoch seien.
»In einigen Bundesländern will man immer noch nicht verstehen, dass es auch an den Schulen ein Infektionsgeschehen gibt und sich Kinder, Jugendliche und Lehrkräfte dort anstecken«, erläuterte Böhm. »Diese Tatsache wird mit einer Ignoranz und Arroganz unterschätzt, dass einem fast die Worte fehlen.«
Mehr als 277.000 gemeldete Corona-Neuinfektionen in den USA
7.19 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in den USA hat einen neuen Höchstwert erreicht: Innerhalb eines Tages wurden nach Angaben der Johns Hopkins-Universität mehr als 277.000 neue Fälle gemeldet, so viele wie noch nie. Insgesamt infizierten sich demnach bislang bereits fast 20,4 Millionen US-Bürger mit dem Coronavirus, die Zahl der Todesopfer liegt bei fast 350.000.
Der US-amerikanische Top-Virologe Anthony Fauci hatte kurz vor dem Jahresende gewarnt, das Schlimmste könne dem Land noch bevorstehen. Er vermutet, dass der Reiseverkehr rund um Weihnachten und Silvester die Verbreitung des Virus weiter angetrieben habe.
Das Impfprogramm in den USA leidet derweil unter logistischen Problemen. Bisher erhielten gut 4,2 Millionen US-Bürger eine erste Impfdosis, weit weniger als die vom scheidenden Präsidenten Donald Trump bis Ende 2020 versprochenen 20 Millionen.
Neuer BDI-Chef Russwurm befürchtet Verteilungskämpfe wegen Corona
07.05 Uhr: Der neue BDI-Präsident Siegfried Russwurm befürchtet harte Konflikte wegen der Frage, wer die Last der Coronakrise und der staatlichen Rettungspakete trägt. »Am Ende zahlen wir alle dafür«, sagt Russwurm der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Aufflammende Verteilungskämpfe seien jetzt schon zu beobachten, wenn nach höheren Steuern für Unternehmen oder einer Vermögensabgabe gerufen werde. »Dahinter steckt der Irrglaube, dass es irgendwem helfen würde, den Unternehmen Mittel für Investitionen zu entziehen«, sagt der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. »Wenn die Last zu hoch wird, leiden Unternehmen und mit ihnen unser Land.«
Schwesig: »Deutschland darf bei der Bereitstellung des Impfstoffs nicht hinterherhinken«
06.45 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fordert von der Bundesregierung mehr Anstrengungen bei der Bereitstellung von Corona-Impfstoff. »Wir könnten deutlich mehr Menschen impfen, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehen würde, um insbesondere ältere Menschen mit einem hohen Risiko möglichst schnell vor dem Coronavirus zu schützen und damit das Gesundheitssystem zu entlasten«, sagt die SPD-Politikerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. »Deutschland darf im Vergleich zu anderen Ländern bei der Bereitstellung des Impfstoffs nicht hinterherhinken.«
CNN-Bericht: Talkmaster Larry King mit Covid-19 in Klinik
04.52 Uhr: Der legendäre amerikanische Talkshow-Moderator Larry King ist einem Medienbericht zufolge an Covid-19 erkrankt und muss stationär im Krankenhaus behandelt werden. Der 87-jährige TV-Star sei schon vor gut einer Woche in die Klinik in Los Angeles gebracht worden, berichtete sein langjähriger Arbeitgeber CNN am Samstag unter Berufung auf das Umfeld der Familie. Seine drei Söhne könnten King wegen der Infektionsschutzregeln derzeit nicht besuchen. Über die Schwere seiner Erkrankung war zunächst nichts bekannt.
King wurde mit seiner Show »Larry King Live« bekannt, die von 1985 bis 2010 bei CNN zu sehen war. Sein praktisch immer gleiches Outfit mit Hornbrille, Hemd und Hosenträgern wurde zu seinem Markenzeichen. In der Sendung interviewte der vielfach ausgezeichnete Journalist Hollywoodstars, Sportler, Topmanager und Spitzenpolitiker, darunter der russische Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsidenten von Gerald Ford bis Barack Obama.
Söder fordert möglichst rasche Impfung von Politikern
03.41 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine Ausweitung des Shutdowns um drei Wochen. »Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden«, sagt Söder der »Bild am Sonntag«. »Die Zahlen sind einfach noch viel zu hoch. Dabei sind die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester noch gar nicht absehbar.« Dies könne man erst Mitte Januar genau beurteilen.
Zugleich spricht sich Söder dafür aus, den Impfstoff falls möglich »sogar in Lizenz bei anderen Firmen in Deutschland« herstellen zu lassen, um die Impfkampagne zu beschleunigen. Die EU habe zu wenig Impfstoff bestellt und auf die falschen Hersteller gesetzt, heißt es in dem Bericht weiter.
Außerdem fordert Söder eine möglichst rasche Impfung von Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens, um die Impfbereitschaft zu erhöhen. Es sei nötig, »dass in naher Zukunft die Spitzen des Staates und der Bundesländer sowie andere Personen des öffentlichen Lebens als Vorbilder mit gutem Beispiel vorangehen«.
Saudi-Arabien hebt Einreiseverbot auf
01.32 Uhr: Saudi-Arabien hebt nach zwei Wochen ein Einreiseverbot auf, das wegen der neuen, ansteckenderen Variante des Virus erlassen wurde. Die Sperre ende am Sonntag, meldet die staatliche Nachrichtenagentur.
Icon: Der Spiegel

