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Corona-News am Sonntag: 22.771 neue Corona-Infektionen in Deutschland

December 20
11:28 2020
Corona-Mahnung auf dem Boden vor einer Apotheke in Hannover: Deutschland muss Abstand halten Icon: vergrößern

Corona-Mahnung auf dem Boden vor einer Apotheke in Hannover: Deutschland muss Abstand halten

Foto: Moritz Frankenberg / dpa

Lauterbach warnt vor Mutationen: »Ein Teufelskreis«

09.28 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor Mutationen des Coronavirus. »Es ist sehr wahrscheinlich, dass Mutationen die Ansteckungsgefahr erhöhen«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Das ist ein weiterer Grund dafür, dass die zweite Welle nicht so stark werden darf. Je mehr Ansteckungen man zulässt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass noch gefährlichere Mutationen folgen. Das ist quasi ein Teufelskreis: Mehr Ansteckungen führen zu mehr Mutationsgelegenheiten und damit zu mehr Mutationen. Diese wiederum führen zu mehr Ansteckungen. So geht es dann immer weiter.«

Merz zu bevorstehenden Impfungen: Politiker mit Vorbildfunktion

09.08 Uhr: CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat sich gegenüber den bevorstehenden Impfungen gegen Corona dafür ausgesprochen, unter anderem Politiker frühzeitig impfen zu lassen. »Sobald es die Kapazitäten hergeben, sollten auch Vertreter des öffentlichen Lebens geimpft werden«, sagte er. Es gebe viele Menschen, die Zweifel an den Impfungen hätten. »Denen muss man die Angst und die Befürchtungen nehmen.«

Bolsonaro hält Eile bei Corona-Impfung für »nicht gerechtfertigt«

07.21 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat Eile bei Kauf und Verteilung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus als unbegründet bezeichnet. »Die Eile ist nicht gerechtfertigt«, sagte Bolsonaro in einem Internet-Video, das eines seiner Söhne, der Abgeordnete Eduardo Bolsonaro, am Samstag in den sozialen Netzwerken verbreitete. »Man mischt sich damit in das Leben der Menschen ein.«

Der Präsident, der das Virus von Anfang an verharmlost, hatte erst am Donnerstag die Unternehmen Pfizer und Biontech kritisiert und mögliche Kollateralschäden ihres Impfstoffs herangezogen. »Im Vertrag ist klar geregelt, dass Pfizer nicht für Nebenwirkungen verantwortlich ist. Wenn Du Dich in einen Kaiman verwandelst, ist es Dein Problem«, sagte Bolsonaro und lachte.

In Brasilien – dem größten Land Lateinamerikas – sind inzwischen mehr als sieben Millionen Menschen infiziert. Der 210-Millionen-Einwohner-Staat steuert auf 200.000 Tote zu und meldet nahezu täglich weitere Höchstwerte. Bolsonaro sagte jedoch, die Pandemie gehe in Brasilien zu Ende.

Wegen Corona-Krise bis Oktober 155 Millionen weniger Flugpassagiere in Deutschland

06.39 Uhr: Wegen der Corona-Krise sind zwischen Januar und Oktober dieses Jahres in Deutschland 155 Millionen weniger Passagiere geflogen als im Vorjahreszeitraum. Dies entspreche einem Rückgang von 72 Prozent, berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Die Zahl der Flüge sei um 1,1 Millionen und damit um 63 Prozent zurückgegangen.

Hilfsorganisation fürchtet Rückgang der Weihnachtsspenden

05.30 Uhr: Die Hilfsorganisation Brot für die Welt befürchtet wegen der Beschränkungen in der Corona-Krise einen deutlichen Einbruch bei den Spenden zur Weihnachtszeit. »Wegen des harten Lockdowns werden dieses Jahr deutlich weniger Menschen die Weihnachtsgottesdienste besuchen. Wir befürchten daher auch einen drastischen Rückgang bei den Weihnachtskollekten – einem wichtigen Teil unserer jährlichen Einnahmen«, sagte Präsidentin Cornelia Füllkrug-Weitzel der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Die Weihnachtskollekten fehlten dann ausgerechnet in einem Jahr, in dem die Not weltweit massiv gestiegen sei und die Partnerorganisationen Hoffnung auf Hilfe setzten.

»Für die Kinder ist in diesem Jahr die Zukunft unsicherer geworden – für die Kinder hier, vor allem aber für die Kinder in vielen Ländern des Südens«, beklagte sie. »Viele Eltern in ärmeren Regionen haben durch Lockdowns und Ausgangsbeschränkungen ihr Einkommen verloren. Und die wirtschaftliche Situation wird sich 2021 weiter verschärfen. Eine soziale Absicherung gibt es meistens nicht. Die Vereinten Nationen schätzen, dass die Pandemie schon jetzt 150 Millionen Kinder zusätzlich in Armut gestürzt hat.«

  • Ratschläge für sinnvolles Spenden finden Sie hier: Wie Sie mit Ihrem Geld Gutes tun

Praxisärzte erwarten Übernahme von Impfungen vermutlich im Sommer

05.15 Uhr: Nach dem geplanten Start in regionalen Impfzentren rechnen die Kassenärzte mit einer Übernahme der Corona-Impfungen in der Fläche einige Monate später. »Wir gehen derzeit davon aus, dass die Praxen vermutlich im Sommer impfen werden«, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der Deutschen Presse-Agentur. Der Impfstoff, der jetzt als Erstes zur Verfügung stehe, müsse bei minus 70 Grad gelagert werden, was in den Praxen so nicht handhabbar sei. Wenn dann aber ein Impfstoff da sei, der nicht so extrem gekühlt sein müsse, könne es direkt losgehen.

Corona-Krise wird Länderhaushalte über Jahrzehnte belasten

05.10 Uhr: Dabei gibt es große regionale Unterschiede: Die zwei bevölkerungsreichsten Bundesländer – Bayern und Nordrhein-Westfalen – haben sich allein bis zu 65 Milliarden Euro an neuen Schulden genehmigt. Das ist mehr als die übrigen 14 Länder zusammen. Das zeigt eine dpa-Umfrage unter den 16 Länderfinanzministerien.

  • Spitzenreiter ist Bayern mit 40 Milliarden Euro – also fast einem Drittel der von den Landesparlamenten genehmigten Neuverschuldung.

  • Auf Rang zwei folgt Nordrhein-Westfalen mit 25 Milliarden Euro,

  • an dritter Stelle Baden-Württemberg mit knapp 11 Milliarden Euro.

Die tatsächliche Schuldenaufnahme in diesem Jahr ist bislang sehr viel niedriger, weil manche Bundesländer ihre Kredite für mehrere Jahre im Voraus planen. Brandenburg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt wollten keine Wasserstandsmeldungen abgeben, die tatsächlich aufgenommenen neuen Kredite der übrigen zwölf summieren sich bislang auf gut 40 Milliarden Euro.

WHO mit britischen Behörden wegen Coronavirus-Variante in Austausch

04.28 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) steht mit Großbritannien wegen der Ausbreitung der neuen Variante des Coronavirus in engem Kontakt. Das twitterte die WHO in der Nacht zu Sonntag:

Die britischen Behörden würden weiter Informationen und Ergebnisse ihrer Analysen und Studien teilen. »Wir werden die Mitgliedstaaten und die Öffentlichkeit auf dem Laufenden halten, sobald wir mehr über die Merkmale dieer Virusvariante und deren Auswirkungen erfahren.« Derweil werde geraten, weiter alle Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Fauci beruhigt Kinder: Ich habe den Weihnachtsmann persönlich geimpft

Der renommierte US-Virologe Anthony Fauci hat sich nach eigenen Angaben ganz persönlich um die Sicherheit des Weihnachtsmannes in der Corona-Pandemie gekümmert. »Ich bin zum Nordpol gereist und habe persönlich den Weihnachtsmann geimpft«, sagte der Corona-Experte am Samstag auf Fragen von Kindern während einer Fernsehsendung für Familien. »Ich habe seine Immunität überprüft – er kann problemlos reisen.«

»Der Weihnachtsmann kann kommen, er kann Geschenke bringen, Ihr müsst Euch keine Sorgen machen«, beruhigte Fauci die jungen Fragesteller. Er äußerte sich wenige Tage nach dem Impfstart in den USA, dem am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Land der Welt.

Die Weltgesundheitsbehörde WHO hatte dem Weihnachtsmann bereits vergangene Woche Immunität bescheinigt: Er dürfe überall auf der Welt die Kinder besuchen.

Corona-Lockdown in London: Millionen Menschen müssen zu Hause bleiben

04.00 Uhr: In London und anderen Gegenden in Südostengland gilt seit der Nacht zum Sonntag wieder ein harter Shutdown mit Ausgangssperren. Grund ist die rasche Ausbreitung einer neuen Variante des Coronavirus. Insgesamt sind etwa 16,4 Millionen Menschen von den Verschärfungen betroffen, knapp ein Drittel der Bevölkerung von England. Sie dürfen auch über Weihnachten keine Mitglieder anderer Haushalte treffen. »Als Premierminister ist es meine Pflicht, schwierige Entscheidungen zu treffen und zu tun, was getan werden muss, um die Menschen in diesem Land zu schützen«, betonte Regierungschef Boris Johnson am Samstagabend auf Twitter:

Er hatte noch vor Kurzem Forderungen von Wissenschaftlern und der Opposition abgelehnt, härtere Maßnahmen über die Feiertage in Kraft zu setzen. Nun müssen Millionen Menschen doch allein feiern. »Wir opfern die Möglichkeit, unsere Lieben dieses Weihnachten zu sehen, damit wir eine bessere Chance haben, ihr Leben zu schützen, damit wir sie an künftigen Weihnachten sehen können«, sagte Johnson.

Der Premier warnte, die neue Variante VUI2020/12/01 des Coronavirus breite sich rasch aus. Die Mutation sei um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Viele Kliniken in Südostengland sind so gut wie vollständig ausgelastet, vielerorts wurden nicht notwendige Operationen verschoben. Johnson betonte, es gebe aber weder Hinweise darauf, dass Impfstoffe weniger effektiv gegen die neue Corona-Variante seien, noch darauf, dass die Krankheit schwerer verlaufe oder es mehr Todesfälle gebe.

Laschet stellt wegen hoher Corona-Zahlen Weihnachtsgottesdienste infrage

03.50 Uhr: Angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen hat sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet skeptisch gezeigt, ob Weihnachtsgottesdienste tatsächlich in der bisher geplanten Form stattfinden können. »In den nächsten Tagen werde ich angesichts der aktuellen Lage noch einmal Gespräche mit den Kirchen führen«, kündigte der CDU-Politiker im »Tagesspiegel am Sonntag« an.

Die evangelische Kirche in Westfalen habe bereits gesagt, dass sie Gottesdienste auch absagen werde, berichtete Laschet:

Die Corona-Infektionszahlen legten nahe, »dass man noch vorsichtiger sein muss als wir es vor zwei Wochen dachten«, sagte Laschet weiter. Zugleich sei die Freiheit der Religionsausübung ein wichtiges Grundrecht der Verfassung. »Wir haben daher in Nordrhein-Westfalen schon im März gesagt, dass wir Kirchen und Synagogen als Staat nicht schließen, sondern dass wir auf die Freiwilligkeit der Kirchen und Religionsgemeinschaften setzen.«

Laschet machte zudem klar, dass er nicht mit einem Ende des Lockdowns am 10. Januar rechnet. »Im Moment ist nicht mal der Hauch einer Möglichkeit dafür da, dass man darüber redet«, sagte er auf die Frage nach Öffnungen. »Die Kernfrage wird nach den Ferien sein: Wie geht es mit Schulen und Kitas weiter? Bis wir wieder Partys feiern, wird noch viel Zeit vergehen.«

Jeder zweite Deutsche für Verbot der Weihnachtsgottesdienste

03.45 Uhr: Jeder zweite Deutsche ist angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen für ein Verbot öffentlicher Weihnachtsgottesdienste. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 50 Prozent dafür aus, Präsenzgottesdienste zu untersagen, nur 35 Prozent sind für die Gottesdienste. 15 Prozent machten keine Angaben.

Anders als während der ersten Corona-Welle zu Ostern hatten sich Bund und Länder vergangene Woche trotz der jetzt noch deutlich höheren Infektions- und Todeszahlen gegen ein Verbot von öffentlichen Weihnachtsgottesdiensten während des harten Lockdowns entschieden. Allerdings gelten in den Kirchen strenge Regeln wie eine Maskenpflicht, ein Abstandsgebot und auch ein Gesangsverbot. Die großen christlichen Kirchen hatten mit großem Verständnis auf die Einschränkungen reagiert.

Nach den Ergebnissen der YouGov-Umfrage überwiegt unter den Gläubigen aber die Ablehnung öffentlicher Gottesdienste. Unter Katholiken und Protestanten sind jeweils 47 Prozent für ein Gottesdienstverbot und nur 38 beziehungsweise 39 Prozent dagegen. Von Angehörigen nicht-christlicher Glaubensrichtungen sprachen sich 42 Prozent für ein Verbot und 40 dagegen aus. Von den Befragten, die keiner Glaubensrichtung angehören, plädierten 58 Prozent für ein Verbot und 30 Prozent dagegen.

Niederlande verbieten Flüge aus Großbritannien wegen neuer Corona-Mutation

02.33 Uhr: Nach der Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus in Großbritannien dürfen aus dem Königreich kommende Passagiermaschinen nicht mehr in den Niederlanden landen. Diese Regelung gelte von Sonntagmorgen bis zum 1. Januar, erklärte die Regierung in Den Haag. Sie teilte zudem mit, dass ein Fall der neuen Mutation auch in den Niederlanden entdeckt worden sei.

Das Flugverbot aus Großbritannien sei vom Kabinett von Regierungschef Mark Rutte »vorsichtshalber« beschlossen worden, erklärte das Gesundheitsministerium am frühen Sonntagmorgen. Es solle um 06.00 Uhr in Kraft treten und bis zum 1. Januar gelten. Mögliche Regeln für andere Verkehrswege würden derzeit überprüft.

  • Die ausführliche Meldung zum Landeverbot finden Sie hier: Niederlande verbieten Flüge aus Großbritannien

Ex-Verfassungsrichter: Bundestag hätte über Impfreihenfolge abstimmen müssen

01.02 Uhr: Nach Ansicht des früheren Präsidenten des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hätte der Bundestag über die Reihenfolge bei der Corona-Impfung abstimmen müssen. »Die grundsätzliche Entscheidung, nach welchen Kriterien die für den Schutz des Lebens und der Gesundheit zurzeit nur begrenzt zur Verfügung stehenden Behandlungen ermöglicht werden, ist so wesentlich für den verfassungsrechtlich geforderten Schutz des Lebens und der Gesundheit gleichberechtigt für jedermann, dass diese nicht dem alleinigen Ermessen der Regierung oder des Ministers überantwortet sein kann«, sagte Papier den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Nur das vom Volk unmittelbar gewählte Parlament verfüge über die für solch schicksalhafte Entscheidungen notwendige demokratische Legitimation. Die Abgrenzungen der Personengruppen im Detail hätten seiner Ansicht nach aber durchaus per Ministerverordnung geregelt werden können. Papier betonte zudem, dass eine Entscheidung des Bundestags eine erhöhte Rechtssicherheit geboten hätte, »weil ein Gesetz anders als eine Ministerverordnung eine besondere Bestandskraft hat und nur vom Verfassungsgericht verworfen werden könnte.«

  • Die ausführliche Meldung lesen Sie hier.

Icon: Der Spiegel

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