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Corona-Impfstoff: Verzetteln sich Bund und Länder bei der Logistik?

December 04
14:29 2020
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Impfzentrum in Düsseldorfer Merkur-Arena: Historische Aufgabe

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Andreas Rentz / ddp images / Getty Images

Der Gesundheitsminister ist bester Dinge. »Es gibt einen Weg raus«, sagt Jens Spahn, wenn er dieser Tage vor ein Mikrofon tritt: »Wir sind auf einem guten Weg.« Seine Euphorie speist sich aus der Aussicht, bald einen zugelassenen Corona-Impfstoff zu haben.

Während Spahn die frohe Botschaft verkündet, kämpfen seine Beamten mit praktischen Problemen: Wie kommen die Massen an Impfdosen schnell und gezielt zu den Menschen? Am vorvergangenen Mittwoch schalteten sie sich mit einigen Dutzend Experten aus der Frachtbranche zusammen.

Das Ergebnis des rund zweistündigen Treffens war ernüchternd: »Der Bund ist gerade dabei, die gemeinsame Herausforderung in den föderalen Sumpf zu kippen«, fasst es ein Teilnehmer zusammen.

Die Aufgabe ist ja auch historisch. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik gab es eine derart große Impfaktion, die noch dazu extrem kurzfristig organisiert werden muss. Doch statt nach einer effektiven Lösung zu suchen, etwa mithilfe der großen Frachtkonzerne des Landes, verkünsteln sich Bund und Länder an einem selbst geschaffenen System, das immer verworrener wird. In den Bundesländern entstehen Zwischenlager, in denen die Ware aufbewahrt werden soll. Für den Weg dorthin ist der Bund zuständig. Von den Lagern gehen die Impfdosen weiter an die Impfzentren, dafür sind die Länder zuständig.

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