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Nizza in Frankreich: Antiterror-Staatsanwaltschaft ermittelt nach Angriff mit mehreren Toten

October 29
13:37 2020
Tödliche Attacke in Nizza: Einsatzkräfte am Tatort Icon: vergrößern

Tödliche Attacke in Nizza: Einsatzkräfte am Tatort

Foto: VALERY HACHE / AFP

Im Fall einer tödlichen Messerattacke in Nizza hat die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Dabei gehe es unter anderem um den Vorwurf des Mords in Verbindung mit einem terroristischen Vorhaben, bestätigte die Behörde.

Bei der Tat in der Kirche Notre-Dame, hat es laut dem Bürgermeister der Stadt, Christian Estrosi, mindestens zwei Tote gegeben. Ein weiterer Mensch sei schwer verletzt worden. Alles deute auf einen Terroranschlag hin, teilte Estrosi auf Twitter mit. Später sagte er in einem Interview mit dem Sender BFMTV, der mutmaßliche Täter habe mehrfach "Allahu Akbar" gerufen.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will nach Angaben seines Pariser Büros nach Nizza reisen, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen.

Der mutmaßliche Täter wurde Angaben des Bürgermeisters zufolge festgenommen. Eine Polizistin sagte laut der Nachrichtenagentur AP, der Täter sei bei der Festnahme verletzt und in ein Krankenhaus gebracht worden.

Frankreichs Innenminister Gerald Darmanin bestätigte den Vorfall, ohne Details zu nennen, eine Krisensitzung sei einberufen worden.

Nizza wurde bereits 2016 von einem Terroranschlag erschüttert. Damals starben 86 Menschen, als ein Attentäter mit einem Lkw auf dem Strandboulevard Promenade des Anglais in eine Menschenmenge raste.

Darmanin hatte mehrfach von einer hohen Terrorgefahr im Land gewarnt. Erst vor zwei Wochen war ein Lehrer in einem Vorort von Paris enthauptet worden. Das Verbrechen hatte im ganzen Land Entsetzen ausgelöst. Es waren Zehntausende auf die Straße gegangen, um sich solidarisch zu zeigen.

Nach der Tat hatte sich Frankreichs Präsident Macron kritisch über den Islam geäußert und Mohammed-Karikaturen verteidigt. In mehreren arabischen Ländern gab es Boykottaufrufe für französische Produkte. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief zum Boykott auf und attackierte Macron scharf.

Icon: Der Spiegel

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