“Verstoß gegen die Waffenruhe”: US-Militär greift nach Tanker-Beschuss Ziele im Iran an
Politik
"Verstoß gegen die Waffenruhe"US-Militär greift nach Tanker-Beschuss Ziele im Iran an
08.07.2026, 05:20 Uhr Artikel anhören(03:31 min)00:00 / 03:31
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Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus nimmt nach der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran Fahrt auf. Doch nach mehreren iranischen Attacken auf Tanker schlägt das US-Militär zurück.
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht über 80 Ziele im Iran angegriffen und seine Attacken am frühen Morgen mittlerweile beendet. Die Streitkräfte hätten unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus getroffen, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom mit. Damit sei die Fähigkeit des Irans beeinträchtigt worden, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu stören.
Das US-Militär stellte die Attacke als Reaktion auf iranische Angriffe auf drei Handelsschiffe dar. Centcom zufolge hatte der Iran je ein Schiff unter Flagge der Marshallinseln, Liberias sowie Saudi-Arabiens angegriffen. Die US-Streitkräfte stünden weiterhin bereit, den Iran bei Verstößen gegen das Rahmenabkommen zur Rechenschaft zu ziehen. "Die iranische Aggression war ungerechtfertigt und gefährlich und stellte einen eklatanten Verstoß gegen die Waffenruhe dar", hieß es in der Centcom-Erklärung. Der Iran werde dafür "einen hohen Preis zahlen".
Luftalarm in Bahrain
Nach den neuen US-Angriffen auf den Iran wurde wenige Stunden später in Bahrain Luftalarm ausgelöst. Die Alarmsirenen seien aktiviert worden, teilte das Innenministerium mit. Es machte allerdings keine Angaben, weshalb der Luftalarm ausgelöst wurde. "Die Sirenen wurden ausgelöst", erklärte das Innenministerium bei X. "Bürger und Einwohner werden aufgefordert, Ruhe zu bewahren und sich an den nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben." In den vergangenen Monaten hatte der Iran als Reaktion auf US-Angriffe oft Raketen auf Staaten der Region abgefeuert, in denen US-Truppen stationiert sind. Zu diesen Ländern zählt auch Bahrain.
Angriffe auf TankerUSA setzen Sanktionen gegen iranisches Öl wieder in Kraft
Trotz der geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg waren zuvor im Bereich der Straße von Hormus drei Tanker kurz hintereinander angegriffen worden. Dies schürte erneut die Sorge um die Sicherheit der Schifffahrt in der für den Welthandel bedeutenden Meeresenge.
Die nächtlichen US-Angriffe seien vier oder fünfmal stärker gewesen als Attacken vor rund anderthalb Wochen, berichtet die US-amerikanische Nachrichtenplattform Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten. Iranische Medien berichteten in der Nacht von Explosionen in der Hafenstadt Sirik an der Straße von Hormus sowie auf der Insel Qeschm. Auch aus dem Bereich der Großstadt Bandar Abbas gab es iranische Berichte über Explosionen. Nach Angaben des iranischen Senders Press TV wurden mehrere Menschen verletzt. Ein US-Beamter bezeichnete die Angriffe gegenüber dem US-Sender CNN als "Bestrafung".
Nach dem vorigen iranischen Angriff auf einen katarischen Flüssiggastanker vor der Küste des Oman hat Katar den stellvertretenden Botschafter Teherans einbestellt. Der Iran sei aufgefordert worden, "unverzüglich alle Handlungen einzustellen, die die regionale Sicherheit untergraben", erklärte das Außenministerium in Doha. Zudem müsse der Iran davon absehen, "die Sicherheit der internationalen Schifffahrt und die globale Energieversorgung zu gefährden". Die Attacke stelle einen "inakzeptablen Angriff" dar.
Der Iran verurteilte die Angaben aus Katar. Der iranische Außenamtssprecher Esmail Bakaei wies sie als "inakzeptabel" zurück, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna meldete. Teheran verurteilte zudem die Entscheidung der USA, die vorübergehend ausgesetzten Sanktionen gegen iranische Ölexporte wieder in Kraft zu setzen. Dieser Schritt verstoße gegen das Islamabad-Memorandum zur Waffenruhe, teilte das Außenministerium mit. Man mache Washington für die Folgen verantwortlich und werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die eigenen Interessen und die nationale Sicherheit zu wahren.
Derweil machte auch Saudi-Arabien den Iran für einen Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus verantwortlich. Das Außenministerium in Riad verurteilte, dass der Iran das saudi-arabische Schiff "Wedyan" ins Visier genommen habe.
Unweit der Straße von Hormus"Unbekanntes Projektil" löst Brand auf Öltanker aus
In der Meerenge waren trotz der geltenden Waffenruhe im Iran-Krieg kurz hintereinander drei Tanker angegriffen worden, wie die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) zuvor am Dienstag erklärt hatte. Ein "unbekanntes Projektil" habe einen Öltanker getroffen und einen Brand ausgelöst. Wenig später seien zwei weitere Schiffe angegriffen worden.
Seit der Unterzeichnung eines Rahmenabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat hat der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus wieder begonnen. Die genauen Regelungen zur Meerenge sind einer der Streitpunkte zwischen Washington und Teheran für ein endgültiges Ende des Iran-Krieges. Im Zuge des von den USA und Israel Ende Februar begonnenen Krieges hatte Teheran die Meerenge für die Schifffahrt geschlossen, Schiffe wurden beschossen. Die USA blockierten ihrerseits iranische Häfen. Unter anderem Katar vermittelte in dem Konflikt.

