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Katar: Iranischer Außenminister trifft Hamas-Chef – Weitere Zusammenarbeit angekündigt

October 15
16:26 2023

Noch vor wenigen Monaten war Katar Gastgeber der Fußballweltmeisterschaft. Nun war das Land nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel Schauplatz eines bemerkenswerten Treffens. Irans Außenminister hat sich am späten Samstagabend in der katarischen Hauptstadt Doha mit dem Chef der Hamas beraten.

Videos der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Irna zeigen Hamas-Anführer Ismail Haniyyeh mit Irans Minister Hossein Amirabdollahian.

Im Anschluss an das Treffen wurde auf der Hamas nahestehenden Telegram-Kanälen verbreitet, die Terrororganisation und Iran hätten eine weitere Zusammenarbeit vereinbart, um die »Ziele des Widerstands« zu erreichen.

Im Verlauf des Treffens lobte zudem nach Reuters-Angaben Amirabdollahian den Überfall der Hamas auf Israel als »historischen Sieg«, der der israelischen Besetzung palästinensischer Gebiete einen Rückschlag versetzt habe.

Amirabdollahian traf in Doha ein, nachdem er auf einer Reise im Irak, in Syrien und im Libanon Verbündete getroffen hatte, darunter auch den Generalsekretär der Schiitenorganisation Hisbollah, Hassan Nasrallah.

Hamas-Anführer Hanija lebt in Katar

Das Golfemirat Katar gehört seit etwa 15 Jahren zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas. Das reiche Emirat greift der islamistischen Bewegung vor allem politisch unter die Arme und leistet finanzielle Hilfe, etwa beim Wiederaufbau von Infrastruktur nach israelischen Angriffen. Hamas-Anführer Hanija selbst lebt in Katar.

Gleichzeitig spielt Katar auch bei Vermittlungen mit dem Westen eine wichtige Rolle. Erst am Donnerstag empfing Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) den katarischen Emir Tamim bin Hamad Al Thani in Berlin.

Iran droht Israel

Iran hatte bereits vor dem Treffen von Amirabdollahian und Haniyyeh Drohungen Richtung Israel geschickt. In einem Beitrag der iranischen Vertretung bei den Vereinten Nationen auf X (vormals Twitter) hieß es, dass die Situation mit »weitreichenden Konsequenzen« außer Kontrolle geraten könnte, wenn Israels »Kriegsverbrechen und Völkermord« nicht gestoppt würden.

Zuvor hatte das Portal »Axios« berichtet, dass Teheran Israel in einer über die Vereinten Nationen versandten Botschaft gewarnt hatte, dass es reagieren müsse, wenn Israel eine Bodenoffensive im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen durchführe.

Israel bereitet eine Offensive gegen die von Iran unterstützte Hamas im Gazastreifen vor. Die in dem dicht besiedelten Gebiet lebenden Palästinenser wurden aufgefordert, nach Süden in Richtung einer geschlossenen Grenze zu Ägypten zu fliehen. Durch die israelischen Angriffe auf Hamas-Stellungen im Gazastreifen wurden nach Angaben der Hamas-Behörden bisher mehr als 2300 Menschen getötet.

Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas hatte Israel am Samstag vergangener Woche mit einem Großangriff überfallen. Nach jüngsten israelischen Regierungsangaben wurden mindestens 120 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt und mehr als 1300 Menschen getötet.

Anmerkung der Redaktion: Bei der Bildunterschrift zum Treffen in Doha haben wir die beiden Politiker falsch zugeordnet. So ist es richtig: Links sitzt Irans Außenminister Hossein Amirabdollahian, rechts Hamas-Anführer Ismail Haniyyeh.

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