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News zum Russland-Ukraine-Krieg: Das geschah in der Nacht zu Donnerstag (31. August)

August 31
06:49 2023

Das sagt Kiew

Die ukrainischen Behörden sollen nach Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj hart gegen Korruption bei der Musterung von Männern für den Wehrdienst vorgehen. Es würden alle Fälle von Ausmusterungen wegen angeblicher Dienstuntauglichkeit seit Kriegsbeginn überprüft, bei denen es einen Verdacht auf Schmiergeldzahlungen gebe. Das sagte Selenskyj am Mittwoch in seiner abendlichen Videoansprache. Am Tag hatte der Sicherheitsrat über das Vorgehen beraten.

Für die Befreiung vom Wehrdienst seien 3000 bis 15.000 US-Dollar (bis zu 13.700 Euro) Schmiergeld gezahlt worden, berichtete Selenskyj. Gesondert überprüft werde, wenn jemand nach einer verdächtigen Entscheidung der Musterungskommission ins Ausland ausgereist sei.

Angesichts des russischen Angriffskrieges sind in der Ukraine alle Männer zum Wehrdienst verpflichtet. Viele gehen freiwillig zur Armee, um gegen die Invasoren zu kämpfen. Andere kaufen sich aber vom Militärdienst frei oder zahlen Schmiergeld an Grenzbeamte, um das Land verlassen zu können. Selenskyj hat wegen der Korruption bereits alle Leiter der Musterungsbehörden ersetzt.

Beim Absturz zweier ukrainischer Militärhubschrauber sind nach Armeeangaben alle sechs Männer an Bord getötet worden. Die Helikopter vom Typ Mi-8 seien aus ungeklärter Ursache nahe Kramatorsk in der Ostukraine verunglückt, sagte ein Sprecher der ukrainischen Heeresflieger am Mittwoch im Fernsehen. Die Leichen seien in den Wracks der völlig zerstörten Maschinen gefunden worden. Wegen der Absturzursache werde ermittelt. Nach Angaben aus militärnahen Kreisen waren die Hubschrauber am Dienstag auf einem Einsatzflug gewesen. Es war aber nicht von einem Abschuss die Rede.

Das sagt Moskau

Die Flugabwehr auf der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim hat nach örtlichen Angaben am späten Mittwochabend einen ukrainischen Marschflugkörper abgeschossen. Das teilte der russische Verwaltungschef der Krim, Sergej Aksjonow, auf seinem Telegram-Kanal mit. Ähnlich äußerte sich das Verteidigungsministerium in Moskau.

Betroffen war demnach der Osten der Halbinsel bei der Stadt Feodossija. Teile der Lenkrakete hätten eine Stromleitung getroffen, sagte ein Mitarbeiter Aksjonows. Die offiziellen Angaben waren nicht unabhängig überprüfbar. Im Internet verbreiteten sich Fotos, die angeblich Brände in der Region zeigten.

Über dem grenznahen Gebiet Brjansk seien zwei Kampfdrohnen aus der Ukraine abgefangen worden, teilte das russische Militär mit. Die Ukraine hatte in der Nacht zuvor ihren bislang massivsten Drohnenangriff gegen Ziele in Russland geflogen. In der Stadt Pskow nahe der Grenze zu Estland wurden mehrere russische Militärflugzeuge beschädigt oder brannten aus.

Waffenlieferungen an die Ukraine

Deutschland hat zehn weitere Leopard-Kampfpanzer an die Ukraine geliefert. Kiew erhielt außerdem unter anderem ein Luftraumüberwachungsradar, 13,1 Millionen Schuss Handwaffenmunition und vier Schwerlastsattelzüge sowie vier Auflieger, wie aus der am Mittwoch aktualisierten Liste der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine hervorging. Überdies wurden der ukrainischen Armee demnach 16 Aufklärungsdrohnen und ein Feldhospital zur Verfügung gestellt.

Seit dem Überfall Russlands im Februar 2022 erhält die Ukraine von ihren westlichen Verbündeten massive Militärhilfe. Deutschland ist hinter den USA der größte Unterstützer Kiews.

Mehrere ukrainische Militärpiloten können nach Angaben des Oberkommandierenden Walerij Saluschnyj in Dänemark mit der Ausbildung auf dem Kampfjet F-16 beginnen. Das teilte Saluschnyj am Mittwoch nach einem Telefonat mit dem Befehlshaber der dänischen Streitkräfte mit. Nach dänischen Angaben hätten die Piloten die Vorbereitung erfolgreich absolviert und könnten mit der eigentlichen Flugausbildung anfangen.

Zugleich wollten Kopenhagen und Kiew die Logistik vorbereiten, um die F-16 künftig in der Ukraine warten und reparieren zu können, schrieb Saluschnyj auf Telegram. Dänemark wird der Ukraine 19 seiner F-16-Jets übergeben. Weitere dieser in den USA gebauten Kampfflugzeuge sollen aus den Niederlanden und Norwegen kommen. Allerdings werden die F-16 wohl erst im kommenden Jahr die ukrainischen Streitkräfte in ihrem Kampf gegen die russische Invasion verstärken.

Internationale Reaktionen

Russland führt nach Angaben des Weißen Hauses geheime Gespräche mit Nordkorea über mögliche Munitionslieferungen für Moskaus Kampf in der Ukraine. Die Verhandlungen über Waffenlieferungen zwischen Russland und Nordkorea »schreiten aktiv voran«, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates des Weißen Hauses, John Kirby, am Mittwoch. Ein Schwerpunkt der Gespräche liege auf Artilleriemunition für Moskaus Streitkräfte.

Kirby sagte, Nordkorea habe im vergangenen Jahr trotz seiner Dementis Infanterieraketen und andere Geschosse an Russland für den Einsatz der Söldnertruppe Wagner geliefert. Kürzlich sei Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu nach Nordkorea gereist, um zusätzliche Munition für den Krieg zu beschaffen.

Seit diesem Besuch hätten sich Russlands Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un Briefe geschrieben, »in denen sie sich zu einer verstärkten bilateralen Zusammenarbeit verpflichteten«, sagte Kirby.

Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Linda Thomas-Greenfield, fügte in einer im Namen der USA, Japans, Südkoreas und Großbritanniens verlesenen Erklärung hinzu: »Russland verhandelt mit Nordkorea über potenzielle Abkommen über erhebliche Mengen und verschiedene Arten von Munition, um sie gegen die Ukraine einzusetzen«.

Sie verurteilte erneut Schoigus Besuch in Nordkorea Ende Juli. Dieser Besuch sei »mehr als ein Fototermin« gewesen. Das Treffen sei dazu bestimmt gewesen, »Pjöngjang zum Verkauf von Artilleriemunition zu überzeugen«.

Thomas-Greenfield erklärte, »ein solches Waffengeschäft wäre eine schwere Verletzung von Resolutionen des Uno-Sicherheitsrats«. Sie forderte Pjöngjang auf, die Verhandlungen mit Moskau zu beenden und drohte mit Sanktionen gegen Einzelpersonen und Organisationen rund um ein mögliches Abkommen zwischen Russland und Nordkorea.

Mitte August hatten sich Moskau und Pjöngjang für eine verstärkte Zusammenarbeit ausgesprochen, unter anderem im Verteidigungsbereich. Russland gehört zu den wenigen Ländern, die Kontakt zu Nordkorea halten. Nordkorea hatte von Beginn an die russische Offensive in der Ukraine unterstützt.

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