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Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj betrachtet Krimbrücke als »feindliche Anlage«

July 22
07:21 2023

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht die Krimbrücke nach eigenen Angaben als »feindliche Anlage«, die zerstört werden muss. Die Brücke, die das russische Festland mit der von Russland besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim verbindet, sei »nicht nur eine logistische Straße«, sagte Selenskyj per Video-Link bei einer Sicherheitskonferenz in Aspen im US-Bundesstaat Colorado am Freitag.

Vielmehr handle es sich um die Straße, die benutzt werde, um den russischen Angriffskrieg jeden Tag mit Munition zu versorgen. Das führe zu einer Militarisierung der Krim. Und jedes Ziel, das Krieg und nicht Frieden bringe, müsse neutralisiert werden, sagte der Präsident weiter.

Russland, das seit rund 17 Monaten einen Angriffskrieg gegen die Ukraine führt, hatte die Krim bereits im Jahr 2014 völkerrechtswidrig annektiert und später durch die Krimbrücke mit dem eigenen Festland verbunden.

Am frühen Montagmorgen wurde das 19 Kilometer lange Bauwerk Moskauer Angaben zufolge von ukrainischen Drohnen angegriffen. Der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Krim, Sergej Aksjonow, sprach auf Telegram unspezifisch von einer »Notsituation«, das russische Verkehrsministerium teilte mit, die Fahrbahn sei beschädigt worden, die Brückenkonstruktion aber intakt.

Kiew, das alle besetzten Gebiete befreien will, hat bislang keine Beteiligung an dem Angriff bestätigt. Nach der Attacke auf die strategisch wichtige Krimbrücke hatte Moskau das internationale Abkommen zur Ausfuhr von Getreide aus der Ukraine aufgekündigt.

Dass es sich bei der Aufkündigung des Getreideabkommens durch Russland um Vergeltung für die Schäden der Krimbrücke handle, bezweifelt Selenskyj allerdings. Russland habe schon zuvor trotz des Abkommens immer wieder die Korridore blockiert und Getreidetransporte behindert. Der Beschuss der Krimbrücke sei nur ein weiterer Vorwand für das Ende des Abkommens gewesen, sagte Selenskyj weiter.

Russische Manöver mit scharfer Munition

Russland bereitet sich nach dem Aus des Getreideabkommens auf Konfrontationen mit Schiffen auf dem Schwarzen Meer vor. Nach eigenen Angaben hat die russische Flotte dort nun eine Marineübung mit scharfer Munition abgehalten. Die Schwarzmeerflotte habe im Nordwesten des Meers ein Zielschiff mit Antischiffsraketen beschossen und zerstört, erklärte das Verteidigungsministerium in Moskau am Freitag.

Die Schiffe und Marineflugzeuge hätten außerdem Maßnahmen zur »Abriegelung des vorübergehend für die Schifffahrt gesperrten Gebiets« ergriffen und das Festhalten eines angreifenden Schiffs geprobt.

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