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US-Geheiminfos im Netz ausgeplaudert – Anklage gegen 21-Jährigen

June 16
03:55 2023

Zwei Monate nach seiner Festnahme ist gegen den Verdächtigen im US-Geheimdienstskandal Anklage erhoben worden. Eine Geschworenenjury auf Bundesebene legte dem Militärangehörigen Jack Teixeira zur Last, in sechs Fällen geheime Informationen zur Landesverteidigung vorsätzlich aufbewahrt und weitergegeben zu haben. Das teilte das Justizministerium in Washington am Donnerstag (Ortszeit) mit.

Teixeira war am 13. April von der Bundespolizei FBI in Massachusetts festgenommen worden, nachdem Strafanzeige gegen ihn erstattet worden war. Seitdem befindet sich der 21-Jährige aus Sicherheitsgründen hinter Gittern. Der Fall gilt als das gravierendste Geheimdienstleak seit Edward Snowden.

»Teixeira wird beschuldigt, Informationen an Nutzer einer Social-Media-Plattform weitergegeben zu haben, von denen er wusste, dass sie nicht berechtigt waren, sie zu erhalten«, sagte Justizminister Merrick Garland in einer Stellungnahme.

Die US-Regierung habe dem IT-Fachmann den Zugang zu geheimen Informationen anvertraut – auch zu solchen, von denen er gewusst haben müsse, dass ihre Weitergabe der nationalen Sicherheit der USA schweren Schaden zufüge. Bei einer Verurteilung drohen dem Mann nach Ministeriumsangaben in jedem Fall bis zu zehn Jahre Haft. Außerdem muss er als aktiver Soldat mit zusätzlichen Strafen der Militärjustiz rechnen.

Warnungen wurden offenbar ignoriert

Teixeira trat im September 2019 in die Nationalgarde ein und erhielt im Jahr 2021 bekam die offizielle Freigabe, auch streng geheime Regierungsdokumente einzusehen. Allerdings zeigen Gerichtsunterlagen: Das Datenleck hätte womöglich verhindert werden können. Schon Monate vor seiner Festnahme hatten Vorgesetzte Teixeira demnach ermahnt, sich an die Vorschriften im Umgang mit geheimen Informationen zu halten.

Ab Januar 2022 soll er vorsätzlich Informationen, die als »geheim« und »streng geheim« eingestuft waren, in einem geschlossen Chat-Raum auf der bei Videospielern beliebten Plattform Discord veröffentlicht haben. Von dort aus verbreiteten sie sich im Internet, bis auch Behörden und Medien darauf aufmerksam wurden. Erst im April dieses Jahres wurde das Leck publik.

Die Veröffentlichungen hatten einen internationalen Skandal ausgelöst. Die USA waren auch bei Verbündeten blamiert. Zudem wurden sensible Informationen rund um den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine bekannt. Die veröffentlichten Unterlagen beinhalten US-Medienberichten zufolge unter anderem Informationen zu Waffenlieferungen an die Ukraine und Angaben zum Munitionsverbrauch. Es gibt demnach auch Informationen zu Standorten russischer und ukrainischer Truppenverbände und deren Mannschaftsstärken.

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