Nachrichten in der Welt


Nachrichten der Welt

Ukraine-Krieg: Kiews Truppen verzeichnen kleinere Geländegewinne

June 12
02:58 2023

Ukrainische Soldaten haben nach Militärangaben im Gebiet Donezk den Ort Blahodatne befreit. Die Truppen veröffentlichten am Sonntag ein Video, auf dem zu sehen ist, wie Soldaten die ukrainische Flagge auf einem halbzerstörten Gebäude hissen. Es seien auch Gefangene genommen worden, hieß es.

Von russischer Seite gab es dazu zunächst keine offizielle Stellungnahme. Die russische Armee behauptet seit Tagen, sie wehre die ukrainische Offensive ab. Auch kremlnahe Militärblogger meldeten allerdings, dass Blahodatne aufgegeben worden sei, weil Moskaus Kämpfer dort eine Einkesselung befürchtet hätten. Demnach wurde zudem das Dorf Neskutschne eingenommen. Auch das Dorf Lobkowe im Gebiet Saporischschja soll von russischer Besatzung befreit sein.

Die Angriffe sind Teil der ukrainischen Gegenoffensive, die in diesen Tagen begonnen hat. Die Streitkräfte rücken seit Tagen unter anderem in den Regionen Donezk und Saporischschja vor, um ihre besetzten Gebiete zu befreien. Laut Experten des US-Instituts für Kriegsstudien (ISW) habe die Ukraine bisher kleinere Geländegewinne verzeichnen können.

Russen haben sich eingegraben

Die russischen Truppen haben sich in den vergangenen Monaten eingegraben und ihre Linien befestigt. Die Ukrainer müssen zudem weiterhin mit russischen Angriffen aus der Luft rechnen, die Lufthoheit konnte bisher keine der beiden Seiten erobern. Experten gehen deshalb davon aus, dass die ukrainische Gegenoffensive schwierig wird – und auch Kiews Truppen schwere Verluste erleiden werden.

»Die Ukrainer versuchen etwas, was seit 1945 außer den USA und vielleicht Israel keine andere Nation geschafft hat«, schrieb der Militärhistoriker Phillips O’Brien am Wochenende: Ein großer Durchbruch im Verbund – »und das ohne einen der großen Vorteile, den die beiden Staaten bei ihren Erfolgen hatten: die Lufthoheit auf dem Schlachtfeld.«

In den vergangenen Tagen kursierten in den sozialen Medien Bilder von Panzern und gepanzerten Fahrzeugen, die offenbar von den Ukrainern zurückgelassen wurden. »Eine ukrainische Panzerdivision ist offenbar in ein russisches Minenfeld geraten, was zu Schäden an der Ausrüstung und zum Verlust der Mobilität führte«, schrieb Phillips O’Brien zu den Bildern, die der SPIEGEL nicht verifiziert hat.

Solche Verluste seien nicht verwunderlich. Ohnehin seien die Ukrainer derzeit vor allem dabei, die Nachschubwege und Kontrollzentren der Russen anzugreifen. »Sie werden die Russen sehr schwächen müssen, bevor sie weiter vorrücken können.«

Experten erwarten, dass die ukrainischen Truppen versuchen könnten, in Richtung Südukraine vorzustoßen, um die besetzten Gebiete am Asowschen Meer zwischen Cherson und Mariupol zurückzuerobern. Als mögliches Ziel wird immer wieder die Stadt Melitopol genannt, die auf dem Weg zur Krim liegt. Im Erfolgsfall könnten die Ukrainer so ein Keil zwischen die russischen Truppen im Osten und auf der Krim treiben.

Prigoschin gegen Schoigu

Auf der russischen Seite setzt sich unterdessen der Machtkampf zwischen Jewgenij Prigoschin, dem Chef der Söldner-Truppe Wagner, und Verteidigungsminister Sergej Schoigu fort. Shoigu ordnete an, dass bis zum 1. Juli alle freiwilligen russischen Einheiten Verträge mit seinem Ministerium unterzeichnen sollen.

Inzwischen gibt es viele dieser Freiwilligen-Truppen, doch Wagner ist die mit Abstand bedeutendste. Prigoschin, der immer wieder eigene Ziele verfolgt und auch Schoigu persönlich kritisiert, wies die Anordnung prompt zurück. »Wagner wird keine Verträge mit Schoigu unterzeichnen«, sagte Prigoschin. Die hocheffiziente Kommandostruktur der Wagner-Gruppe würde durch die Unterstellung unter Schoigu Schaden nehmen.

Neueste Beiträge

3:56 “Er ist mutig, er hat Kämpfer”: Trump lobt Selenskyjs Erfolge gegen Russland

0 comment Read Full Article