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Ukraine-Russland-Krieg: Moskau meldet Absturz von Hubschrauber über der Krim – zwei Tote

May 12
21:16 2023

Der Helikopter sei auf einem Trainingsflug gewesen, als Berichten zufolge die Technik versagt habe. China entsendet erstmals einen Sonderbeauftragten zu Gesprächen in die Ukraine. Und: Kiew meldet Geländegewinne. Der Überblick.

Beim Absturz eines russischen Militärhubschraubers über der annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim sind laut Angaben aus Moskau beide Piloten ums Leben gekommen. Die Mi-28 habe am Freitag einen planmäßigen Übungsflug im Gebiet Dschankoj absolviert, als ersten Erkenntnisse zufolge die Technik versagt habe, meldeten russische Agenturen unter Berufung auf eine Mitteilung des Verteidigungsministeriums. Der Absturz habe sich den Angaben zufolge um 15.42 Uhr Ortszeit ereignet. Der Hubschrauber sei ohne Waffen geflogen, hieß es weiter.

Dschankoj liegt im Norden der Krim, wo sich in den vergangenen Monaten mehrfach Drohneneinschläge und Explosionen auf russischen Militärstandorten ereigneten. In der Regel übernimmt Kiew dafür offiziell keine Verantwortung. Beobachtende gehen aber davon aus, dass es sich um Vorbereitungen für die geplante ukrainische Gegenoffensive handeln könnte.

Russland hatte die Krim bereits im Jahr 2014 völkerrechtswidrig annektiert. Gemeinsam mit weiteren Gebieten, die im Zuge des von Kremlchef Wladimir Putin im Februar 2022 angeordneten Angriffskriegs erobert wurden, besetzen russische Truppen derzeit rund 20 Prozent des ukrainischen Staatsgebiets.

Kriegsgeschehen

Unterdessen haben die ukrainischen Streitkräfte nach russischen Angaben an einer 100 Kilometer breiten Frontlinie im Osten des Landes angegriffen. Die Kämpfe konzentrierten sich demnach auf das Gebiet um Soledar in der Nähe der seit Wochen umkämpften Stadt Bachmut.

Der Chef der russischen Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, hat der russischen Armee gar zum wiederholten Mal vorgeworfen, nach monatelangen Kämpfen um Bachmut die »Flucht« ergriffen zu haben. Die Verteidigungslinien der Armee in der Gegend würden »kollabieren«. Bereits zuvor hatte der Kreml Berichte des Wagner-Chefs sowie von prorussischen Militärbloggern über einen Durchbruch der Ukraine in Bachmut dementiert.

  • Lesen Sie hier die SPIEGEL-Titelstory über den Chef der Wagner-Gruppe: Putins Vorschlaghammer

Ob es sich dabei um den Beginn der angekündigten Früjhahrsoffensive handelte, blieb zunächst unklar. Die stellvertretende ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maliar erklärte lediglich, dass die ukrainischen Truppen in der Nähe von Bachmut Geländegewinne erzielt hätten. Sie seien etwa zwei Kilometer vorgerückt, ohne dabei eigenes Gelände abgegeben zu haben. Eine Aussage zur erwarteten Offensive vermied Maliar. »Im Osten hält die Situation seit einigen Monaten an«, schrieb sie, »mehr nicht! Mehr passiert nicht.« Allerdings äußerten sich die Verantwortlichen in Kiew auch während vorangegangener Offensiven zunächst nicht.

  • Lesen Sie hier mehr zur möglichen Gegenoffensive: Operation Gegenschlag

Derweil hofft die ukrainische Führung weiterhin darauf, den Krieg gegen Russland möglicherweise noch in diesem Jahr beenden zu können. »Zum Winter wollen wir den Krieg komplett beenden«, sagte der Sekretär des Rats für nationale Sicherheit und Verteidigung, Olexij Danilow, in einem Interview für die aserbaidschanische Nachrichtenagentur Report. Damit sei die vollständige Befreiung des ukrainischen Staatsgebiets von russischen Truppen – einschließlich der Krim – gemeint.

Kriegsdiplomatie

Erstmals seit Beginn des Ukrainekriegs schickt China einen ranghohen Diplomaten für Gespräche nach Kiew. Wie das Pekinger Außenministerium mitteilte, wird der für Eurasien-Angelegenheiten zuständige Sonderbeauftragte Li Hui ab Montag die Ukraine, Polen, Deutschland, Frankreich und Russland besuchen, um über eine politische Lösung des Konflikts zu sprechen. Der Besuch zeige, dass China sich für die Förderung von Frieden und Gesprächen einsetze, sagte ein Ministeriumssprecher.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 betonte Peking immer wieder, sich für Verhandlungen einzusetzen. Jedoch gibt China Kremlchef Putin Rückendeckung, was der chinesischen Führung viel internationale Kritik einbringt. Während Präsident Xi Jinping mehrfach mit Putin sprach, gab es bislang nur ein einziges Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Selenskyj selbst wird am Wochenende erneut nach Westeuropa reisen. In Rom empfängt ihn Staatspräsident Sergio Mattarella am Samstag, wie der Präsidentenpalast bestätigte. Es wurde erwartet, dass Selenskyj auch Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Papst Franziskus treffen werde. Möglicherweise reist Selenskyj noch am Wochenende weiter nach Deutschland. Bestätigt war das aber zunächst nicht. Am Sonntag wird er stellvertretend für das ukrainische Volk in Aachen mit dem Karlspreis ausgezeichnet.

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