Icon: vergrößernSchlecht im Zusammenspiel: Lukaschenko und Putin beim Eishockey in Sotschi 2014
Foto: Alexei Nikolsky/ AP/dpa
Diesen Sommer wurde Alexander Lukaschenko nach seinem Verhältnis zu Wladimir Putin gefragt. Ob es wahr sei, dass ihre Beziehung von Anfang an schwierig war? "Es gibt da gewisse Spannungen. Einfach weil wir beide starke Persönlichkeiten sind", sagte Lukaschenko diplomatisch. Dass er und Putin einander schon angeschrien hätten, sei allerdings ein Gerücht. Putin neige ja ohnehin nicht zum Lautwerden, und er selbst sei zwar emotional, habe sich aber stets im Griff gehabt. Putin sei sein guter Freund und "großer Bruder".
Das Interview fand am 5. August statt, nur wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl, die Lukaschenkos Diktatur in eine Krise stürzte. So schwierig ist die Lage geworden, dass der Präsident von Belarus die Hilfe des großen Bruders sucht. An diesem Montag trifft er mit dem russischen Präsidenten in Sotschi zusammen, nur einen Tag nachdem wieder einmal viele Zehntausende in Minsk auf die Straße gegangen sind. Sie protestieren gegen Lukaschenkos Herrschaft, gegen massive Wahlfälschung und Polizeigewalt und die Unterdrückung der Opposition. Putin hat bereits verkündet, dass er notfalls russische Sicherheitskräfte ins Nachbarland schicken will.
