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Wladimir Putin: Der Kreml-Chef ist mit seinem Afrikagipfel krachend gescheitert

July 29
16:59 2023

Der von Russland in dieser Woche ausgerichtete Afrikagipfel wurde im Westen vielfach als PR-Show kritisiert. Und als ein Versuch von Präsident Wladimir Putin, afrikanische Staaten noch abhängiger zu machen von seinem Getreide. Vom Kreml veröffentlichte Gesprächsprotokolle zeigen nun: Auch bei den geladenen Gästen kam die Veranstaltung offenbar nicht besonders gut an.

»Wir sind nicht gekommen, um um ein paar ›Geschenke‹ für den afrikanischen Kontinent zu bitten«, sagte demnach etwa der südafrikanische Präsident Cyril Ramaphosa im Rahmen eines gemeinsamen Abendessens am Freitagabend. Zwar behandele man die von Putin zugesagten Getreidelieferungen mit Respekt. Allerdings: »Es ist nicht unsere Hauptaufgabe, einige Lieferungen dieser Art zu erreichen.«

Putin hatte im Rahmen des Gipfels erklärt, er werde den afrikanischen Staaten innerhalb weniger Monate Zehntausende von Tonnen Getreide schenken. Zur Einordnung: Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte Ende des vergangenen Jahres auf der Basis von Satellitenaufnahmen geschätzt , dass bis dahin in den von Russland besetzten Gebieten der Ukraine rund 5,8 Millionen Tonnen allein an Weizen geerntet worden seien. Russland werde wahrscheinlich »zu einem erheblichen Teil« an der Weizenernte profitieren, hieß es damals.

Was man sich statt der Getreidealmosen wünsche, sagte Ramaphosa auch – nämlich die Wiederaufnahme von Getreidexporten über das Schwarze Meer. »Wir haben die Umsetzung der Schwarzmeer-Getreideinitiative vorgeschlagen, wir haben über die Notwendigkeit gesprochen, das Schwarze Meer zu öffnen, wir haben gesagt, dass wir uns wünschen, dass das Schwarze Meer für die Weltmärkte geöffnet wird«, heißt es in dem Protokoll.

Auch Senegals Präsident äußert sich kritisch

Russland hat das Getreideabkommen aufgekündigt und droht zivilen Frachtschiffen im Schwarzen Meer. Schiffe, die ukrainische Häfen anlaufen, würden als legitimes Ziel betrachtet, hieß es unlängst aus dem Kreml. Beobachter fürchten deswegen eine Verschlechterung der weltweiten Versorgung mit Getreide.

Ähnlich wie Ramaphosa äußerte sich den Protokollen zufolge auch der Präsident des Senegal, Macky Sall. Natürlich müsse man über die Versorgung afrikanischer Staaten mit Getreide und Düngemitteln aus Russland diskutieren – »aber auch mit Getreide aus der Ukraine«.

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