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Volkswagen: So will VW in einem Monat wieder voll produzieren

April 27
19:00 2020

Nach wochenlangem Shutdown hat der VW-Konzern sein Wolfsburger Stammwerk wieder langsam gestartet. Doch wie wird man die produzierten Autos auch los? Kaufprämien sollen helfen.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie standen die Bänder im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg fast sechs Wochen still. Seit diesem Montag, mit Beginn der Frühschicht um 6.30 Uhr, hat der Autokonzern die Arbeit in seiner größten Fabrik wieder aufgenommen. Kamerateams und Journalisten waren geladen, um den Start in alle Welt zu übertragen. Schließlich sollte vom Hochlauf in Wolfsburg "ein wichtiges Signal" ausgehen, wie Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Hauptsitz des weltgrößten Autoherstellers betonte.

Rund 8000 Mitarbeiter kehrten aus ihrer Zwangspause ins Werk zurück, um zunächst im Einschichtbetrieb zu starten. Auf zwei Montagelinien sollen in dieser Woche 1400 Fahrzeuge entstehen. In der Folgewoche will VW bereits mehrere Schichten fahren und etwa 6000 Autos herstellen – 40 Prozent des Vorkrisenniveaus. Nach etwa einem Monat, so die Hoffnung, werde VW wieder voll produzieren können.

Doch der Neustart kann nur gelingen, wenn die Kunden die produzierten Autos auch tatsächlich kaufen. Zwar haben die meisten Autohäuser bereits wieder geöffnet, das Kaufinteresse war bislang jedoch sehr schwach. Viele Kunden halten ihr Geld offenbar zurück, weil sie entweder um ihre Jobs bangen – oder auf größere Rabatte warten.

Um die Nachfrage anzuheizen, fordert VW deshalb staatliche Kaufprämien – und zwar "so bald als möglich", wie Vorstandschef Herbert Diess betonte. Das sei nicht nur im Interesse der Autokonzerne, sondern des ganzen Landes. Schließlich hingen 10 bis 15 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland von der Autoindustrie ab. Auch Zulieferer, Maschinenbau und Stahlindustrie könnten von einer Erholung der Branche profitieren. "Mit dem Auto kann ein Wirtschaftsimpuls gesetzt werden wie vielleicht mit keinem anderen Produkt", sagte Diess.

Ministerpräsident Weil versprach Unterstützung: Die Politik sei bereit, "dass wir eine schnelle Entscheidung bekommen". Am Mittwoch werde er mit den Ministerpräsidenten der Autoländer Bayern und Baden-Württemberg, Markus Söder (CSU) und Winfried Kretschmann (Grüne) darüber sprechen, "wie man den Automobilabsatz jetzt schnell wieder ankurbeln kann". SPD-Politiker Weil hat ein besonderes Interesse daran, dass VW bald wieder Erfolg hat: Als Vertreter des Großaktionärs Niedersachsen sitzt er im Aufsichtsrat des Konzerns.

Seit Wochen hatte sich VW auf den Wiederanlauf vorbereitet, Millionen von Schutzmasken besorgt und einen 100-Punkte-Plan erarbeitet, der die Sicherheit der Mitarbeiter gewährleisten soll. Dazu gehört etwa, dass Mitarbeiter zu Hause ihre Körpertemperatur messen, ehe sie sich ins Werk aufmachen. Außerdem lässt VW zwischen den Schichten künftig eine längere Pause, um größere Menschenmengen auf dem Werksgelände zu vermeiden. An den Werkstoren stehen Seifenspender mit Desinfektionsmittel.

Gleichzeitig mit VW starteten auch 2600 Zulieferer ihre Produktion. Für sie gelten die gleichen Sicherheitsregeln wie für den Autokonzern. Mit den Schutzmaßnahmen habe VW "in der deutschen Industrie Standards gesetzt", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh.

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