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Foto: Klaus Vedfelt/ Getty Images
Kurzzeitig hatte sogar Hope die Hoffnung verloren. Diesmal zeigte sie keinen ihrer schnellen Gags, sondern filmte sich selbst mit Tränen in den Augen. "Ich war untröstlich, verängstigt und schockiert", sagt die 22-Jährige. Es war der Freitag vergangener Woche, und US-Präsident Trump hatte angekündigt, er wolle TikTok "aus den Vereinigten Staaten verbannen" – schon gleich am nächsten Tag. Die Influencerin drehte Abschiedsvideos für ihre Fans, ein Clip landete bei CNN.
Hope Schwing, bürgerlich Hope Schwinghamer, aus der Kleinstadt Saint Joseph in Minnesota ist in der Welt der chinesischen App eine Ikone. Mehr als 4000 Kurzvideos hat sie dort veröffentlicht. In einem ihrer erfolgreichsten Clips kreischt sie in einem aufblasbaren Truthahnkostüm in die Kamera. 1,3 Millionen Menschen gefiel das.
Ihr Abschied unter Tränen war jedoch verfrüht: Am Sonntag wurde bekannt, dass TikToks chinesische Mutterfirma ByteDance von der Trump-Regierung eine Gnadenfrist bekommt – ein "Friss oder stirb"-Angebot. Zur Debatte steht ein Verkauf des US-Geschäfts, und zwar an Microsoft und gegebenenfalls weitere US-Investoren. Gibt es keine Einigung, werde TikTok Mitte September verboten, so Trump. Eine Zwangsamerikanisierung als letzte Überlebenschance: TikTok fühlt sich ungerecht behandelt. China klagt über "politische Manipulation".
