Spanien: Auslandsstimmen erschweren Koalitionsbildung nach Parlamentswahl
Nach der Auszählung von Auslandsstimmen der Parlamentswahl in Spanien vergrößert die konservative Volkspartei (PP) ihren Vorsprung vor den bisher regierenden Sozialisten (PSOE). Gegenüber dem bisherigen Zwischenergebnis verliert die PSOE von Ministerpräsident Pedro Sánchez ein Mandat in der Hauptstadt Madrid an die PP des Herausforderers Alberto Nunez Feijoo, wie die Wahlkommission und beide Parteien mitteilten. Das folge aus der Auszählung der Stimmen von mehr als 233.000 Spaniern, die im Ausland leben.
Sozialisten und Volkspartei mit Partnern liegen gleichauf
Damit wird es für Sánchez noch schwieriger, eine Mehrheit im Parlament zu finden, während Feijoo unverändert geringe Aussichten auf hinreichende Unterstützung hat. Der spanische Ministerpräsident wird, wenn nötig, in zwei Wahlgängen gewählt. Im Ersten braucht es eine absolute Mehrheit (176 Sitze), im zweiten nur eine einfache Mehrheit (mehr Stimmen für den Kandidaten als gegen ihn). Auch Enthaltungen sind möglich.
Zuletzt waren den Sozialisten und ihren möglichen Verbündeten 172 Mandate zugerechnet worden, während die Volkspartei und ihre möglichen Partner auf 170 Sitze kamen.
Nach der Auszählung der Auslandsstimmen liegen nun beide Gruppen gleichauf bei jeweils 171 Abgeordneten, darunter auf der einen Seite 137 der Volkspartei und auf der anderen Seite 121 der Sozialisten.
Nach der Wahl vom vergangenen Sonntag war bereits deutlich geworden, dass Klein- und Kleinstparteien bei den Bemühungen um eine Regierungsbildung maßgeblich mitreden. Eine Schlüsselrolle könnten die katalanische Separatisten-Partei Junts und ihr im Exil lebender Spitzenvertreter Carles Puigdemont spielen, der 2017 mit dem Versuch einer Abspaltung der wohlhabenden Region gescheitert war.
Junts gilt als denkbarer Unterstützer von Sánchez. Feijoo hingegen wäre für eine Koalition auf die rechtspopulistische Partei Vox angewiesen, mit der die meisten übrigen Parteien nicht zusammenarbeiten wollen.

