München: Greenpeace stört den Rundgang von Olaf Scholz auf der Automesse IAA
Gleich bei der ersten Station wurde Bundeskanzler Olaf Scholz bei seinem Eröffnungsrundgang auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) gestört. Am Stand von BMW stellten sich Aktivistinnen und Aktivisten von Greenpeace trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen auf Podien.
Eine Aktivistin sprang auf das Dach eines ausgestellten Autos und hielt ein Banner mit der Aufschrift »The Party is over« in die Höhe. Per Megafon erschallten Zwischenrufe wie »Die Klimakrise lässt sich nicht durch mehr Autos lösen« und »Herr Scholz, machen Sie bei dieser Party nicht mit«. Insgesamt sollen rund ein Dutzend Menschen an der Aktion beteiligt gewesen sein.
Kurzzeitige Unterbrechung
Nach wenigen Augenblicken wurden die Aktivisten heruntergeholt. Die Reden des Kanzlers und von BMW-Chef Oliver Zipse, der ein Konzeptauto vorstellte, wurden kurz unterbrochen.
Scholz nahm danach noch kurz Bezug auf die Störaktion und sagte, das Modell, das BMW zeige, sei ein Zeichen, dass es möglich sei, Klimaneutralität zu schaffen und trotzdem ein schönes Leben zu haben. »Wer das sieht, hat Hoffnung auf die Zukunft«, sagte er mit Blick auf das elektrische Showcar von BMW und indirekt auch an die Protestierenden gerichtet.
Am Stand von Mercedes unterbrach ein Greenpeace-Aktivist den Kanzler-Rundgang erneut. Er stieg auf ein Auto und forderte mit einem Transparent »Nicht mehr Autos – mehr Bahn, Herr Scholz«.
Der Bundeskanzler hat die diesjährige IAA in München eröffnet. Die deutsche Automobilindustrie mit ihren mehr als 750.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei ein »zentraler Treiber des Aufbruchs« in Richtung einer nachhaltigen Zukunft, sagte Scholz. Sie mache Mobilität »attraktiver, leistungsfähiger und schöner«.
Greenpeace hatte, ebenso wie die Klimagruppen Fridays for Future und Letzte Generation, eine Einladung zum Dialog mit der Autoindustrie auf der IAA ausgeschlagen. Die Gruppen sprechen von Greenwashing auf der zur Mobilitätsmesse umfirmierten Autoshow.

