Hamas lässt zwei Geiseln frei – Israel bedankt sich bei Ägypten
Israels Regierung hat sich bei Ägypten und dem Internationalen Roten Kreuz (IKRK) für ihren Beitrag bei der Freilassung von zwei Geiseln aus der Gefangenschaft der im Gazastreifen herrschenden Terrororganisation Hamas bedankt. Die 79 und 85 Jahre alten Frauen seien an Israels Armee übergeben worden, teilte das Büro des Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu in der Nacht auf Dienstag mit. Sie seien auf dem Weg in eine israelische Klinik. Dort warten den Angaben nach Verwandte auf die beiden Frauen.
»Wir danken Ägypten für seine Hilfe und dem Roten Kreuz für seine wichtige Rolle bei der Rettung von Leben«, hieß es weiter. Auch die Armee sei in den vergangenen Tagen »auf allen Kanälen sehr aktiv« gewesen, um die Freilassung der beiden Geiseln zu erreichen.
Die Frauen waren zuvor von der im Gazastreifen herrschenden Hamas freigelassen worden. Ägypten und Katar hatten dabei nach Angaben der islamistischen Palästinenserorganisation vermittelt. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz teilte mit, die beiden aus dem Palästinensergebiet heraus gebracht zu haben. Sie kamen Berichten zufolge über den Grenzübergang Rafah zunächst nach Ägypten.
Hoffnung auf größeren Austausch enttäuscht
Den Tag über hatten Berichte über eine möglicherweise bevorstehende Befreiung von Geiseln aus dem Gazastreifen kursiert. Die »New York Times « berichtete am Nachmittag unter Berufung auf israelische Offizielle, dass die Befreiung von 50 Menschen in Aussicht stehe, die Bürger eines anderen Landes seien als Israel, nannte aber keinen konkreten Zeitpunkt. Am Abend berichtete der private israelische Nachrichtensender I24, die Befreiung von 50 Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit stehe unmittelbar bevor.
Ein Dämpfer kam etwas später aus Quellen, über welche die Zeitung »Haaretz« berichtete: Die zu erwartende Zahl der Befreiten könne auch wesentlich niedriger liegen. Die Hamas könnte für Freilassungen einen Tausch gegen Benzin in Betracht ziehen.
Terroristen im Auftrag der im Gazastreifen herrschenden Hamas hatten am 7. Oktober in Israel ein Massaker unter Zivilisten angerichtet. Mehr als 1400 Menschen kamen dabei und in den folgenden Tagen ums Leben. Mindestens 222 weitere Menschen wurden laut israelischer Armee gewaltsam in den Gazastreifen verschleppt, darunter sind auch mehrere Deutsche. Die meisten von ihnen werden in Tunnelsystemen gefangengehalten.

