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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht keine drohende Hustensaft-Krise

September 14
12:57 2023

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht keinen drohenden Arzneimittelmangel bei Kindermedikamenten im Herbst und Winter. »Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass Kinder die Arzneimittel, die sie brauchen, auch bekommen«, sagte Lauterbach im Anschluss an ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern von Ärzten, Apotheken und Pharmabranche.

Die Produktion bei bestimmten Medikamenten sei im Vergleich zum vergangenen Jahr um bis zu 100 Prozent gesteigert worden. »Technisch sind wir an der Obergrenze dessen, was machbar ist«, sagte Lauterbach. Nur wenn es eine starke Grippe- pder RSV-Welle gebe, könne man Engpässe nicht ausschließen. »Wir sind deutlich besser aufgestellt als im vergangenen Jahr, auch weil mehr heimisch produziert wird.«

Appell an Eltern

Der Minister appellierte an Eltern. Das Gebot der Stunde sei: »Bitte keine Hamsterkäufe«. Versorgung könne nur stattfinden, wenn nicht gehortet werde. »Was uns in der Gaskrise gelungen ist, können wir auch bei den Kindermedikamenten erreichen.« Sollte es dennoch zu einer Versorgungslücke kommen, werde man zusätzliche Importe ermöglichen, sagte Lauterbach. Apotheker sollten außerdem, wenn bestimmte Packungsgrößen oder Fabrikate nicht lieferbar sind, Alternativen verschreiben können, ohne dass es eines neuen Rezeptes bedarf oder eines Kontaktes mit dem Arzt.

Lauterbach warb darüber hinaus für einen konservativen Umgang mit Fiebermedikamenten und Antibiotika. Diese sollten nur verschrieben werden, wenn es nötig ist. Man habe zudem weitere Schritte diskutiert, werde diese aber nicht vorstellen. »Ich glaube nicht, dass diese notwendig sind«, sagte Lauterbach.

Anti-Engpass-Gesetz in Kraft

Im vergangenen Winter waren nach einer Infektionswelle zahlreiche Probleme bei Lieferungen von Kindermedikamenten wie unter anderem Fieber- und Hustensäften aufgetreten. Um Medikamente besonders für Kinder generell besser abzusichern, war Ende Juli ein Anti-Engpass-Gesetz in Kraft getreten. Es macht als Sicherheitspuffer Vorräte von mehreren Monatsmengen für viel genutzte Mittel zur Pflicht. Preisregeln sollen gelockert werden, um Lieferungen nach Deutschland für Hersteller lohnender zu machen. Das Gesetz benötige aber Zeit, um zu wirken, sagte Lauterbach.

Schon am Morgen hatte Lauterbach sich zuversichtlich gezeigt. »Wir werden deutlich besser dastehen«, versicherte er mit Blick auf den vergangenen Winter im ARD-»Morgenmagazin«. »Die Hersteller arbeiten 24/7, die Produktion wird deutlich größer sein.« Man sei seit Monaten mit den Produzenten in Kontakt. »Eine Krise wird es nicht geben«.

Apotheker schlagen Alarm

Der Apothekerverband Nordrhein schlägt unterdessen Alarm. Derzeit seien täglich rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland von Engpässen bei der Versorgung mit Medikamenten betroffen. Das sagte der Verbandsvorsitzende Thomas Preis am Donnerstag im ARD-»Morgenmagazin«. »Manchmal steht die Versorgung wirklich auf der Kippe«, sagte er mit Blick etwa auf Antibiotika, die aktuell wieder sehr knapp seien und schnell an die Patienten kommen müssten. In Deutschland handele es sich bei den verschriebenen Arzneimitteln zu 80 Prozent um die vergleichsweise günstigen sogenannten Generika, also Medikamente, für die die Patente abgelaufen seien. »Die werden immer knapper.«o

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