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Corona-News am Samstag: 18.000 Neuinfektionen, Inzidenz fällt weiter

April 03
08:58 2021
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Ein Flugzeug zieht über Hamburg seine Kreise – mit dem Banner »Stay at Home« (Bleibt zu Hause)

Foto: Christian Charisius/ dpa

Hier sind die Corona-News am 3. April.

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Argentiniens Präsident positiv auf Corona getestet – trotz Impfung

6.37 Uhr: Argentiniens Präsident Alberto Fernández ist nach eigenen Angaben positiv auf das Coronavirus getestet worden, obwohl ihm bereits vor Wochen der russische Impfstoff Sputnik V gespritzt wurde. Der ernüchternde Testbefund habe ihn ausgerechnet an seinem 62. Geburtstag ereilt, schrieb der Staatschef in der Nacht zu Samstag auf Twitter. Aufgrund seiner Kopfschmerzen und erhöhten Temperatur von 37,3 Grad habe er sich zunächst einem Antigen-Test unterzogen und nach dem positiven Ergebnis in Quarantäne begeben. Zur Bestätigung habe er einen genaueren PCR-Test vornehmen lassen, dessen Resultat noch ausstehe.

Fernández war nach Angaben seines Büros Anfang des Jahres in einer Klinik in Buenos Aires mit dem russischen Corona-Vakzin Sputnik V geimpft worden. Das Präparat ist in Deutschland und der Europäischen Union bislang nicht zugelassen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft derzeit einen Antrag auf Zulassung in der EU.

In Argentinien haben sich bislang gut 2,3 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, mehr als 56 000 sind im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Angesichts des nahenden Herbstes auf der Südhalbkugel wappnen sich die Behörden des Landes für die nächste Corona-Welle.

Ausgangsbeschränkungen in Hamburg und Berlin weitgehend eingehalten

5.04 Uhr: Bei der Kontrolle der neuerdings geltenden Ausgangsbeschränkungen in Hamburg und Berlin sind der Polizei in der Nacht zum Samstag keine nennenswerten Verstöße aufgefallen. In der Hansestadt hätten zahlreiche Beamten das Einhalten der Maßnahmen überprüft, teilte die Polizei am Morgen mit. Allem Anschein nach schien sich die Bevölkerung dort aber in der ersten Nacht nach Inkrafttreten der neuen Vorschriften weitestgehend regelkonform zu verhalten.

Auch in Berlin kam es zu keinen größeren Verstößen gegen die neuen geltenden Ausgangsbeschränkungen. Im Laufe des Samstags sollen weitere Details bei einer Pressekonferenz des Berliner Innensenators mitgeteilt werden.

Wegen der Corona-Pandemie sind in Berlin und Hamburg seit Freitagabend nächtliche Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Die neuen Regeln gelten in Deutschlands größten beiden Städten zwischen 21.00 und 5.00 Uhr. In der Hauptstadt dürfen sich Menschen in dieser Zeit nur noch allein oder zu zweit im Freien aufhalten, Hamburger dürfen ihre Wohnungen nur noch aus triftigem Grund verlassen. Ausnahmen von der bis zum 18. April geltenden Regel gibt es in der Hansestadt beispielsweise für berufliche Tätigkeiten, Gassigehen mit dem Hund und Sport im Freien, allerdings immer nur für eine Person.

Umfrage: Mehrheit für mehr Kompetenzen des Bundes in Krisen

4.30 Uhr: Eine Mehrheit der Deutschen wünscht sich in Krisenzeiten mehr Entscheidungsspielraum für die Bundesregierung. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sprachen sich 53 Prozent der Befragten dafür aus, dem Bund mehr Möglichkeiten zu geben, Maßnahmen zur Krisenbewältigung auch ohne Zustimmung der Länder zu beschließen. 36 Prozent meinten dagegen, Bund und Länder sollten die wesentlichen Entscheidungen weiterhin gemeinsam treffen. 11 Prozent machten keine Angaben.

Die wesentlichen Entscheidungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie werden derzeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder gefällt. Die Umsetzung liegt in vielen Fällen aber bei den Ländern und wird unterschiedlich gehandhabt. Merkel hatte zuletzt mehrere Bundesländer wegen ihres Krisenmanagements kritisiert. Sie drängt auf härtere Maßnahmen und behält sich vor, diese notfalls über das Infektionsschutzgesetz durchzusetzen. Aber auch solche Änderungen müssten über den Bundesrat von den Ländern mitgetragen werden.

Besonders groß ist der Wunsch nach mehr Kompetenzen des Bundes bei den Wählern der Grünen mit 66 Prozent. Dahinter folgen die Anhänger von CDU/CSU (64 Prozent), SPD (62%), Linke (56%), FDP (55%) und AfD (39%).

Corona-Beschränkungen in Rio de Janeiro werden verlängert

1.45 Uhr: Wegen der anhaltend hohen Infektionszahlen hat der Bürgermeister der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen angeordnet. Die vor zwei Wochen ergriffenen Maßnahmen zeigten ihre Wirkung, sagte Stadtoberhaupt Eduardo Paes am Freitag. Die Zahl der Corona-Ansteckungen sei aber weiterhin zu hoch. Er würde die Strände, Restaurants und Bars gerne wieder öffnen, dafür sei es aber noch zu früh, sagte Paes. Die Auslastung der Intensivstationen liege weiterhin bei über 90 Prozent.

Die berühmten Strände in Rio bleiben nach Angaben des Bürgermeisters bis zum 19. April geschlossen. Bis dahin bleibt auch die nächtliche Ausgangssperre in Kraft. Die Schulen in Rio können ab Dienstag wieder Präsenzunterricht anbieten. Geschäfte sowie Bars, Restaurants, Kinos und Theater dürfen erst ab Freitag wieder öffnen. Allerdings gelten dann eingeschränkte Öffnungszeiten.

Die Zahl der Corona-Toten in Brasilien war im März auf den mit Abstand höchsten Stand seit dem Beginn der Pandemie gestiegen. Binnen eines Monats wurden 66.573 Sterbefälle verzeichnet. Das waren mehr als doppelt so viele als im vergangenen Juli, dem mit fast 33.000 Toten bisher schlimmsten Monat der Pandemie in dem südamerikanischen Land. Insgesamt wurden bereits mehr als 325.000 Corona-Tote in Brasilien gezählt. Weltweit haben nur die USA mehr Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet.

Steinmeier: Raufen wir uns alle im Kampf gegen Corona zusammen

0.35 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat verständliche und pragmatische Regelungen im Kampf gegen Corona verlangt und die Bürgerinnen und Bürger zum gemeinsamen Kraftakt gegen die dritte Pandemiewelle aufgerufen. »Raufen wir uns alle zusammen, liebe Landsleute! Holen wir raus, was in uns steckt«, sagte er in einer am Freitag aufgezeichneten Fernsehansprache, die am Samstag ausgestrahlt werden sollte.

St. Gallen: Gummigeschosse und Reizgas gegen Anti-Corona-Proteste

0.01 Uhr: Bei Protesten Hunderter Jugendlicher gegen staatliche Corona-Beschränkungen sind in St. Gallen in der Schweiz Polizisten mit Molotow-Cocktails, Flaschen und anderen Gegenständen beworfen worden. Die Beamten hätten am Freitagabend »aus Notwehr« mit Gummischrot zurückgeschossen, schrieb die Stadtpolizei auf Twitter. Auf von der Zeitung »Tagblatt« veröffentlichten Videos war zu sehen, wie aus größeren Ansammlungen heraus Pyrotechnik gezündet wurde. Gegen 23.30 Uhr berichtete die Polizei, dass sie auch Reizgas gegen Randalierer eingesetzt habe – »infolge anhaltender Pyro-Würfe gegen die Polizei« und weil diverse Gegenstände angezündet worden seien. Die Polizei schrieb auf Twitter: »Wir fordern die betroffenen Personen auf, sich friedlich zu verhalten. Die vielen Schaulustigen bitten wir, nach Hause zu gehen.« St. Gallen hat rund 75 000 Einwohner und liegt südlich des Bodensees im Nordosten der Schweiz.

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