Corona-Krise an Hochschulen: Der Professor spricht von »Prüfungsporno«
Icon: vergrößernKlausurteilnehmer der Universität Köln in Messehalle: Alle in Quarantäne
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Katrin Gärtner saß in ihrem Wohnheimzimmer im bayerischen Ansbach, als Ende Januar in der WhatsApp-Gruppe ihres Studiengangs Hektik ausbrach. Es habe einen Corona-Fall bei einer Prüfung wenige Tage zuvor gegeben, hieß es. Und: Alle müssten in Quarantäne, die diese Klausur geschrieben hätten.
Noch am selben Tag wurde auch die 20-Jährige für zwei Wochen in Quarantäne geschickt. »Mein erster Gedanke war: Oh Gott, ich habe nicht genug Lebensmittel«, erzählt Gärtner, die Wirtschafts- und Medienpsychologie studiert.
In der Stadt lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Klausurtag bei über 250, trotzdem hielt die Hochschule an der Präsenzklausur fest. »Ich habe bis zuletzt gedacht, dass sie abgesagt wird«, so Gärtner. Sie habe Verständnis für die Hochschule, weil bei den Onlineprüfungen »mehr als bei einer Präsenzprüfung« geschummelt werden könne.
Dennoch findet die Studentin, dass man andere Lösungen hätte finden können: Hausarbeiten, Projekte, mündliche Prüfungen. »Corona ist nichts Neues«, sagt Gärtner. »Darüber hätte man sich schon vorher Gedanken machen können.«

