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Russland: Erstmals Menschen mit Vogelgrippe-Virus vom Typ H5N8 infiziert

February 20
17:17 2021
Ausbruch der Vogelgrippe auf einem Zuchtbetrieb in Spanien Icon: vergrößern

Ausbruch der Vogelgrippe auf einem Zuchtbetrieb in Spanien

Foto: A2609 epa efe Laurent Dominique/ dpa/dpaweb

In Russland ist erstmals ein bestimmter Erreger der Vogelgrippe auf Menschen übergesprungen. Sieben Arbeiter in einem Geflügel-Mastbetrieb im Süden Russlands hätten sich im Dezember mit dem Virus H5N8 angesteckt, erklärte die Chefin der Verbraucherschutzbehörde, Anna Popova, dem Fernsehsender Rossija 24.

Vor mehreren Tagen habe man die Weltgesundheitsorganisation WHO über den Fall informiert. »Wir wollten uns unserer Ergebnisse erst absolut sicher sein«, sagte Popova.

Die erkrankten Arbeiter seien wohlauf und hätten allesamt milde Krankheitsverläufe erlebt. Genauere Angaben wurden aber nicht gemacht.

Die wichtigste Nachricht: Laut der Verbraucherschutzbehörde gebe es bislang keine Hinweise auf eine Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch. Eine Pandemie, wie die Welt sie mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 erlebt, scheint damit erst einmal keine Gefahr zu sein.

Erneute Gefahr durch Mutationen

Allerdings schränkte Popova ein, dass nur die Zeit zeigen werde, wie schnell zukünftige Mutationen dem Virus erlauben werden, diese Barriere zu überwinden. Die Entdeckung gebe aber der ganzen Welt Zeit, sich auf mögliche Mutationen vorzubereiten und rechtzeitig zu reagieren, um Testsysteme und Impfstoffe zu entwickeln.

Die auch als Geflügelpest bezeichnete Vogelgrippe H5N8 tritt bei Wildvögeln und immer wieder in Geflügelbetrieben auf. Auch in Deutschland wurde sie in der Vergangenheit häufiger nachgewiesen, so Ende vergangenen Jahres bei mehreren Wildvögeln in Norddeutschland. Das Virus ist für die Vögel in der Regel tödlich, eine Gefahr für den Menschen wurde bisher nicht angenommen.

Der letzte große Ausbruch der Geflügelpest in Deutschland und anderen europäischen Staaten hatte sich im Winter 2016/17 ereignet. In der Bundesrepublik wurden Hunderttausende Tiere auf Geflügelfarmen gekeult, um das Geschehen einzudämmen.

Bislang waren nur Infektionen mit dem Vogelgrippe-Virus H5N1 bei Menschen bekannt. Das Virus trat erstmals in Südostasien auf und verbreitete sich 2004 in viele Teile der Welt. Nicht nur Wild- und Zuchtgeflügel steckte sich an, immer wieder auch Menschen. Hunderte starben an den Folgen der Infektion. Die Krankheit zeigte typische Symptome wie bei einer Influenza: hohes Fieber, Husten, Atemnot oder Halsschmerzen.

Allerdings blieb eine Pandemie bei H5N1 aus – das Virus veränderte sich nicht so, dass es von Mensch zu Mensch übertragen werden konnte.

Icon: Der Spiegel

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