Corona-Impfung: Biontech berechnet mehr Dosen und liefert weniger Fläschchen
Icon: vergrößernKühllastwagen für Impfstoff in Sachsen-Anhalt: Reichlich Profit
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa
Zum Jahreswechsel schien die EU-Arzneimittelbehörde Ema wieder einmal das Klischee der trägen EU-Bürokratie zu erfüllen. Seit Wochen war klar, dass sich aus einer Ampulle des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer sechs Impfdosen gewinnen lassen. In der EU aber waren nur fünf zugelassen. Nicht nur Mediziner und Politiker, auch die Hersteller selbst drängten die Ema, die sechste Dosis zu erlauben.
Am 8. Januar war es endlich so weit. »Das kann die Zahl der zur Verfügung stehenden Impfdosen um bis zu 20 Prozent erhöhen«, frohlockte Gesundheitsminister Jens Spahn. Doch davon, so stellt sich jetzt heraus, kann keine Rede sein. Stattdessen dürften vor allem die deutsche Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer profitieren – und zwar reichlich.
Dabei klang alles so schön. Der 20-Prozent-Aufschlag sollte keinen Cent zusätzlich kosten, so schien es zunächst. »Wir berechnen die sechste Dosis nicht«, sagte eine Biontech-Sprecherin dem SPIEGEL Ende Dezember. Doch kaum ist die sechste Dosis pro Ampulle erlaubt, klingt das ganz anders. Ja, man berechne seitdem sechs Dosen, heißt es von Biontech.

