Angela Merkel und die Corona-Pandemie: Tragik einer Kanzlerin
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Foto: TOBIAS SCHWARZ / AFP
Was wird man Angela Merkel eines Tages verzeihen müssen? Was ist ihr Anteil an dem Desaster, das Deutschland gerade erlebt? Täglich sterben Hunderte wegen Corona, die Intensivstationen sind stark belastet, die Zahl der Neuinfizierten bleibt auf einem hohen Niveau. Dabei sah es lange gut aus, die Bundesrepublik hatte einen Vorsprung gegenüber fast allen anderen Staaten in Europa. Der ist nahezu verspielt. Passiert das trotz oder auch wegen einer Bundeskanzlerin Angela Merkel?
Diese Fragen stellen sich am Ende eines fürchterlichen Jahres. Es geht dabei nicht um Vorwürfe, sondern um Klärung: Was ist warum passiert? Und wenn jemand überfordert war, sich geirrt oder Fehler gemacht hat, sollte man das verzeihen können, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon zu Beginn der Pandemie gesagt hat. Denn diese Situation war für alle bestürzend neu. Nahezu jeder war irgendwann überfordert, hat sich geirrt oder Fehler gemacht (auch der Autor dieser Zeilen).
Klar ist auch, dass der Kampf gegen die Pandemie nicht allein Merkels Aufgabe war und ist. Viele Politiker sind beteiligt, vor allem die Ministerpräsidenten der Länder, aber ebenso die Bürger, deren Verhalten darüber entscheidet, wie schnell sich das Virus verbreitet. Corona war und ist eine Herausforderung für die gesamte Gesellschaft.

