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“Eine der schlimmsten Nächte”: Großraum Kiew meldet Großangriff mit Marschflugkörpern und ballistischen Raketen

May 24
09:06 2026

Politik

"Eine der schlimmsten Nächte"Großraum Kiew meldet Großangriff mit Marschflugkörpern und ballistischen Raketen

24.05.2026, 03:28 Uhr Artikel anhören(04:08 min)00:00 / 04:08

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Menschen-beobachten-ein-brennendes-Gebaeude-nach-einem-russischen-Raketenangriff
Pfingstsonntag in Kiew: Anwohner beobachten ein brennendes Gebäude. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Kiew erlebt eine katastrophale Nacht: Moskau feuert Drohnen, ballistische Raketen und Marschflugkörper auf die ukrainische Hauptstadt ab. Die Explosionen dauern bis in die Morgenstunden. Die Behörden melden Treffer, Schäden und Brände an 40 Gebäuden.

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit umfangreichen Raketen- und Drohnenangriffen überzogen. Die ganze Nacht über waren immer wieder laute Explosionen zu hören. Nach vorläufigen Behördenangaben wurde ein Mensch getötet, mindestens 20 weitere verletzt. Zuvor hatte Russland wegen eines ukrainischen Drohnenangriffs auf die russisch besetzte ukrainische Region Luhansk mit Vergeltung gedroht. Die ukrainische Luftwaffe warnte anschließend ausdrücklich vor einem möglichen russischen Angriff mit der besonders gefürchteten neuen Mittelstreckenrakete vom Typ Oreschnik.

"Heute Nacht hat die Region Kiew einmal mehr einen Großangriff des Feindes mit Kampfdrohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen erlitten", erklärte der Chef der Regionalverwaltung, Mykola Kalaschnyk. Der Chef der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko sprach von insgesamt 40 beschädigten Gebäuden. Es seien "Brände und Schäden" verursacht worden. Später verkündete Tkatschenko das Ende des Luftalarms.

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Mehrere Wohngebäude wurden von Raketen und herabfallenden Drohnen getroffen. (Foto: dpa)

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP hörten bis in die Morgenstunden immer wieder Explosionen. Etliche Menschen suchten in einer Metro-Station im Stadtzentrum Schutz.

Der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte, aus jedem Bezirk der Stadt seien Schäden durch die Angriffe gemeldet worden. Im Bezirk Schewtschenkiwsky wurde demnach eine Schule getroffen, wodurch dort ein Brand ausbrach. Wegen eines Feuers in einem Geschäftszentrum hätten Menschen in einem Schutzraum festgesessen.

Das gesamte Ausmaß des russischen Angriffs auf Kiew und dessen Folgen sind derzeit nicht absehbar. Auch andere Landesteile wurden angegriffen.

Das Portal "The Kyiv Independent" sprach von "einer Reihe von Explosionen" in der Hauptstadt. Augenzeugen in sozialen Medien berichteten ebenfalls von heftigen Explosionsgeräuschen. Der in Kiew lebende Journalist Denis Trubetskoy sprach auf X von einer der "absolut schlimmsten Nächte", die Kiew seit Februar 2022 erlebt habe. Das Portal "Times of Ukraine" berichtete auf Telegram von zahlreichen Bränden in der Stadt, darunter auch einer in der Nähe des Regierungsviertels.

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Im westlichen Nachbarland Polen erklärte das Militär auf X, angesichts der russischen Angriffe in der Ukraine sei die Luftabwehr in Alarmbereitschaft, es seien Militärflugzeuge aufgestiegen. In Polen kommt es bei größeren Angriffen in der Ukraine immer wieder zur Alarmierung der Luftabwehr, manchmal steigen dabei auch Kampfjets von Nato-Partnern auf.

Selenskyj warnte Bürger vor Oreschnik-Einsatz

Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Samstagabend gewarnt, den ukrainischen Geheimdiensten lägen Daten unter anderem von Partnern in Europa und den USA vor, wonach Russland einen Angriff mit seiner neuartigen Oreschnik-Rakete vorbereite. Auch die US-Botschaft in Kiew warnte, ihr vorliegenden Informationen zufolge könne "jederzeit innerhalb der kommenden 24 Stunden" ein "möglicherweise bedeutsamer Luftangriff erfolgen".

Die russische Oreschnik-Rakete ist eine atomwaffenfähige Mittelstreckenrakete, die nach Angaben des Kreml eine Geschwindigkeit von mehr als 12.000 Kilometern pro Stunde und Ziele in 3000 bis 5500 Kilometer Entfernung erreichen kann. Laut Russlands Präsident Wladimir Putin ist es selbst für moderne Luftabwehrsysteme "unmöglich", die Rakete abzufangen.

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Ein Wochenende in Kiew: Die Menschen verbingen die Nacht während des russischen Angriffs in einem U-Bahnhof. (Foto: REUTERS)

Ob Russland bei dem neuen Angriff auf Kiew in der Nacht tatsächlich auch eine Oreschnik-Mittelstreckenrakete abgefeuert hat, ist noch unklar. Russland hat die ballistische Rakete mit besonders großer Zerstörungskraft bereits zweimal gegen die Ukraine eingesetzt – einmal in der Großstadt Dnipro im Südosten des Landes ohne Sprengköpfe und zuletzt im Januar in der Westukraine.

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf die russisch besetzte ukrainische Region Luhansk in der Nacht zum Freitag hatte Putin Kiew mit Vergeltung gedroht. Bei dem Angriff wurde nach russischen Angaben eine Fachhochschule samt Studentenwohnheim in der Stadt Starobilsk getroffen, 18 Menschen kamen demnach ums Leben. Kiew bestreitet einen gezielten Angriff auf Zivilisten und erklärte, Ziel sei eine Drohneneinheit der russischen Armee in der Region Starobilsk gewesen.

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