Corona-Krise in Krankenhaus in Olbernhau in Sachsen: „Es ist voll, sehr voll, viel zu voll“
Icon: vergrößernDas Krankenhaus in Olbernhau im Erzgebirge wirkt verlassen, auf dem Vorplatz parken ein paar Autos, kein Mensch ist zu sehen. Drinnen, hinter der weißen Fassade, wütet das Coronavirus. Schon seit Wochen fordert es immer neue Todesopfer. »Die Lage ist sehr ernst«, sagt der Arzt Armin Friedrich. Erst kürzlich seien acht neue Patienten aufgenommen worden. »Es ist enorm belastend, auch weil die Sterberate so hoch ist.«
In normalen Zeiten ist das »Haus Olbernhau« eine klassische Klinik für die Bevölkerung der sächsischen Kleinstadt und ihrer Umgebung. Vier Stationen, 90 Betten, Cafeteria im Eingangsbereich. Doch seit Beginn der Pandemie werden hier ausschließlich Covid-19-Patienten behandelt. Anfangs waren gerade mal zehn Betten für Corona-Kranke vorgesehen, monatelang gab es im Erzgebirge nur wenige Infektionen.
Jetzt wird die Situation im Krankenhaus immer prekärer. Derzeit liegen 45 Patienten auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Die Belastungen für das Personal sind groß. »Die Pflege von Covid-19 Patienten ist schwieriger und aufwendiger«, sagt Friedrich. »Sie müssen im Vollschutz gepflegt werden.« Gleichzeitig werde die Personaldecke immer dünner. »Viele Mitarbeiter sind infiziert oder in Quarantäne.«

